Ein Passagierjet von Air Canada ist am späten Sonntagabend auf einer Landebahn des New Yorker Flughafens LaGuardia mit einem Feuerwehrfahrzeug zusammengestoßen. Dabei kamen der Pilot und der Co-Pilot ums Leben, wie mehrere US-Medien berichteten. Laut dem Fernsehsender ABC wurden zudem mindestens 13 Menschen ins Krankenhaus gebracht, darunter elf Passagiere und die beiden Insassen des Fahrzeugs.
Der Vorfall ereignete sich demnach gegen 23.40 Uhr Ortszeit, als der Air-Canada-Express-Flug 8646 aus Montreal auf der Landebahn 4 des Flughafens ein Rettungs- und Löschfahrzeug der Hafenbehörde (Port Authority) rammte. Laut der Port Authority of New York and New Jersey war das Fahrzeug zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu einem anderen Einsatz: Ein anderes Flugzeug hatte wegen eines unbekannten Geruchs im Cockpit um Hilfe gebeten, wie CNN unter Berufung auf einen Beamten berichtete.
An Bord der Maschine vom Typ CRJ-900 befanden sich nach vorläufigen Angaben der Fluggesellschaft Jazz Aviation, die den Flug im Auftrag von Air Canada durchführte, 72 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder. Der Flug war kurz nach 22.30 Uhr in Montreal gestartet und etwa eine Stunde später in New York eingetroffen, wie Daten des Flugverfolgungsdienstes FlightRadar24 zeigen.
Dem Dienst zufolge war das Flugzeug unmittelbar vor dem Aufprall mit etwa 210 Kilometern pro Stunde unterwegs.
Fluglotsen-Aufnahmen dokumentieren den Zusammenstoß
Aufnahmen des Flugfunks, die von der Website LiveATC.net erfasst wurden, dokumentieren die Sekunden vor dem Zusammenstoß. Darin ist zu hören, wie ein Fluglotse einem Einsatzfahrzeug die Erlaubnis erteilt, die Landebahn zu überqueren. Sekunden später fordert der Lotse das Fahrzeug dringend zum Anhalten auf, bevor er eine Kollision auf dem Flugfeld meldet.
„JAZZ 646, ich sehe, dass Sie mit dem Fahrzeug kollidiert sind. Bleiben Sie einfach stehen. Ich weiß, dass Sie sich nicht bewegen können. Fahrzeuge sind auf dem Weg zu Ihnen“, ist der Fluglotse in der Aufnahme laut CNN zu hören.
Fotos und Videos vom Unfallort zeigten schwere Schäden an der Nase des Flugzeugs. Ein Reporter der New York Times vor Ort berichtete, er habe den weißen Air-Canada-Express-Jet mit abgerissener Nase auf der Landebahn gesehen. Ein beschädigter Lkw lag auf der Seite in der Nähe.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA verhängte unmittelbar nach dem Vorfall einen Startstopp für den Flughafen LaGuardia. Nach Angaben der FAA soll der Flughafen voraussichtlich bis Montag 14 Uhr geschlossen bleiben. Die nationale Transportsicherheitsbehörde NTSB teilte mit, ein Ermittlerteam entsandt zu haben, das am Montag vor Ort eintreffen soll. Die Port Authority erklärte, ihr Polizeichef sowie der Vorsitzende und der Geschäftsführer der Behörde seien am Unfallort.
Ein Drittel der Sicherheitsbeamten krankgemeldet
Der Vorfall fällt in eine Zeit erheblicher Turbulenzen an US-Flughäfen: Wegen eines Haushaltsstreits arbeiten Mitarbeiter der Transportsicherheitsbehörde TSA derzeit ohne Bezahlung.
An der Hälfte der größten Flughäfen des Landes meldete sich am Samstag mehr als ein Drittel der TSA-Beamten krank, wie CNN berichtete. Reisende mussten teilweise stundenlang an den Sicherheitskontrollen warten.
ICE-Beamte an Flughäfen geschickt
Beamte der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE sollen nun ab Montag an Flughäfen eingesetzt werden, um die TSA zu entlasten. „Es geht darum, der TSA zu helfen, ihre Aufgabe zu erfüllen und die amerikanische Öffentlichkeit so schnell wie möglich durch den Flughafen zu bringen", sagte der Grenzschutzbeauftragte Tom Homan dem Sender CNN.
Die ICE-Beamten sollen demnach an Ein- und Ausgängen unterstützen sowie bei Aufgaben helfen, die keine spezielle TSA-Ausbildung erfordern – nicht jedoch bei der Röntgenkontrolle selbst. Details zur Zahl der eingesetzten Beamten sollen am Montag folgen, so Homan.

