Trotz Austritt der USA

New York widersetzt sich Trump und schließt sich WHO-Netzwerk an

Die Metropole tritt einem globalen Krisen- und Ausbruchsnetzwerk der WHO bei. Zuvor hatten die USA unter Präsident Donald Trump die Organisation verlassen.

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpAlex Brandon/AP

Die Stadt New York City ist dem globalen Ausbruchs- und Krisennetzwerk der World Health Organization (WHO) beigetreten - trotz des Austritts der Vereinigten Staaten aus der Organisation. Das teilte das Gesundheitsamt der Metropole mit. Der Schritt richtet sich gegen den Kurs von Präsident Donald Trump, unter dem die USA die WHO offiziell verlassen haben.

New York schloss sich dem sogenannten Global Outbreak Alert and Response Network (GOARN) an, einem internationalen Zusammenschluss von mehr als 360 Fachinstitutionen, der bei weltweiten Gesundheitsnotlagen wie Pandemien und Krankheitsausbrüchen koordiniert reagiert. Mit dem Beitritt erhalte die Stadt Zugang zu internationalem Fachwissen, Einsatzkräften und Ressourcen, hieß es zur Begründung.

Gesundheitsamt verweist auf globale Verantwortung

„Infektionskrankheiten kennen keine Grenzen - und Informationen und Ressourcen zu ihrem Schutz sollten es ebenfalls nicht“, erklärte die kommissarische Gesundheitskommissarin von New York City, Michelle Morse. Durch die Mitgliedschaft könne die Stadt schneller auf globale Gesundheitsbedrohungen reagieren und zugleich internationale Einsätze unterstützen.

Der Schritt gilt auch als politisches Signal. Nach dem Austritt der USA aus der WHO hatten mehrere demokratisch geführte Bundesstaaten und Regionen angekündigt, sich eigenständig an das Netzwerk anzuschließen. Neben New York erklärten auch Kalifornien unter Gouverneur Gavin Newsom und Illinois unter Gouverneur JB Pritzker, dem WHO-Netzwerk beitreten zu wollen.

Die USA hatten die WHO im vergangenen Monat formell verlassen, nachdem eine einjährige Austrittsfrist abgelaufen war. Trump hatte den Schritt kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2025 per Dekret eingeleitet und dies damit begründet, dass zahlreiche internationale Organisationen den Interessen der USA nicht dienten. Gesundheits- und Menschenrechtsexperten kritisierten den Austritt scharf und warnten vor Folgen für die globale Pandemiebekämpfung.