Die Nato-Staaten haben sich auf eine Neuausrichtung der Kommandostruktur des Bündnisses geeinigt. Europäische Mitglieder sollen in Zukunft eine größere Rolle bei der militärischen Führung der Nato spielen, teilte das Bündnis in einer Erklärung mit.
Die USA werden demnach die Leitung des Nato-Kommandos in Neapel an Italien übergeben. Das Kommando in Norfolk im US-Bundesstaat Virginia soll von Großbritannien übernommen werden. Zudem sollen sich Deutschland und Polen im Rotationsverfahren die Führung des Joint Force Command Brunssum teilen.
Deutschland: Mehr Spitzenposten als die USA
Nach Nato-Angaben werden damit erstmals alle drei Vier-Sterne-Kommandos, die auf operativer Ebene in Krisen und Konflikten die Führung übernehmen, von Europäern geleitet. Die USA werden dafür die Verantwortung für das See-Kommando übernehmen und die Führung über das Land- und Luftkommando behalten. Auch die Rolle des Oberbefehlshabers der alliierten Streitkräfte in Europa wird weiterhin durch die USA besetzt.
Deutschland wird in der militärischen Kommandostruktur der Nato aufgrund der Neuverteilung von Zuständigkeiten in Zukunft mehr Spitzenposten besetzen als die USA, berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Berufung auf Bündniskreise. Die rechnerisch hohe Präsenz sei darauf zurückzuführen, dass auch andere Generalposten neben den Drei- und Viersterne-Generalen in den genannten Kommandos mitgezählt werden.
Die Änderungen sollen in den kommenden Jahren schrittweise umgesetzt werden. Die Einigung auf die neue Kommandostruktur, die nach Nato-Angaben am 6. Februar erfolgte, soll demnach zu einer „gerechteren Verteilung der Verantwortung innerhalb der Nato“ beitragen. Gleichzeitig soll die Regelung „das fortbestehende Engagement der USA“ zeigen. (mit dpa)

