Das US-Justizministerium hat am Freitag viele weitere Dokumente zum Fall des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein freigegeben. Die Veröffentlichung erfolgte mit über einem Monat Verspätung – ein Gesetz des US-Kongresses hatte die Freigabe eigentlich bis zum 19. Dezember vorgeschrieben.
Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche erklärte in Washington, die Akten umfassten neben den Textdokumenten auch mehr als 2000 Videos und 180.000 Fotos. Das Weiße Haus habe keinen Einfluss auf die Sichtung genommen, so Blanche.
Die Verzögerungen wurden von der US-Regierung damit begründet, dass man Zeit gebraucht habe, um die Identität der Opfer Epsteins unkenntlich zu machen. Auch in den neu veröffentlichten Akten sind viele Stellen geschwärzt, laut Justizministerium jedoch keine prominenten Persönlichkeiten oder Politiker.
Musk: Habe wiederholte Einladungen Epsteins abgelehnt
Die Dokumente enthalten unter anderem einen E-Mail-Austausch zwischen Epstein und Tech-Milliardär Elon Musk. Musk soll Epstein im Jahr 2012 demnach gefragt haben: „An welchem Tag/in welcher Nacht findet die wildeste Party auf Ihrer Insel statt?“
„Ich hatte nur sehr wenig Kontakt zu Epstein und lehnte wiederholte Einladungen ab, auf seine Insel zu kommen“, erklärte Musk am Samstag auf X. Ihm sei bewusst, dass einige E-Mails „falsch interpretiert und von Kritikern dazu benutzt werden könnten, meinen Namen zu beschmutzen“. Es gibt jedoch keine Beweise, dass Musk je eine Reise auf die Insel unternommen hat.
Bill Gates weist Vorwürfe aus Epstein-Akten zurück
Microsoft-Gründer Bill Gates wird in einem E-Mail-Entwurf Epsteins mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Epstein behauptete darin, er habe Gates geholfen „Drogen zu besorgen“, damit dieser die „Folgen von Sex mit russischen Mädchen“ bewältigen könne. Ein Sprecher von Gates wies dies als „absolut absurd und vollkommen falsch“ zurück. Die Dokumente zeigten lediglich „die Frustration eines erwiesenen Lügners“.
Der ehemalige britische Prinz Andrew Mountbatten-Windsor erscheint ebenfalls in den Akten. Er soll Epstein 2010 in den Buckingham Palast eingeladen haben. Dies geht aus E-Mails zwischen Epstein und einem Account mit dem Namen „Der Herzog“ hervor, hinter dem er ehemalige Prinz vermutet wird. Fotos zeigten ihn zudem über eine unkenntlich gemachte, mutmaßlich weibliche Person gebeugt.
Ministerium warnt vor „unwahren Behauptungen“ über Trump
Auch US-Präsident Donald Trump wird in den Akten erwähnt. Trump war mit Epstein befreundet, doch die Freundschaft endete nach Angaben Trumps vor vielen Jahren. Der US-Präsident hat mehrfach bestritten, von Epsteins Verbrechen gewusst zu haben.
Unter den Dokumenten befindet sich laut einem BBC-Bericht eine vom FBI erstellte Liste von Vorwürfen gegen Trump, die von Anrufern an eine nationale Hinweislinie gemeldet wurden. Viele dieser Vorwürfe beruhen dem Bericht zufolge jedoch auf unbestätigten Hinweisen und wurden ohne unterstützende Belege gemacht.
Das Justizministerium warnte, einige Dokumente enthielten „unwahre und reißerische Behauptungen“ über US-Präsident Donald Trump, die dem FBI kurz vor der Wahl im Jahr 2020 übermittelt worden seien. Die Behauptungen seien „unbegründet und falsch“, so das Ministerium. (mit AFP)

