Die Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat angegeben, nach ihren öffentlich gewordenen Vorwürfen gegen Ex-Mann Christian Ulmen Morddrohungen erhalten zu haben. Fernandes hatte ursprünglich geplant, bei einer Kundgebung im Rahmen der heutigen Demonstration gegen sexualisierte Gewalt ab 17:30 Uhr am Rathausmarkt in Hamburg zu sprechen, werde jedoch wegen der Drohungen und entsprechender Sicherheitsbedenken nicht teilnehmen.
„Wie sollen denn Frauen künftig den Mut haben, aufzubegehren, wenn das Eure Antwort ist – man so mundtot gemacht wird?“, schrieb sie auf Instagram. Bei der Demo in der Hansestadt werden rund 7500 Teilnehmer erwartet.
Bereits am vergangenen Samstag hatten sich mehrere tausend Menschen am Brandenburger Tor in Berlin zu einer Demonstration unter dem Motto „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“ versammelt. Die Polizei sprach von deutlich mehr als tausend Teilnehmern, die Veranstalter von 13.000.
Hintergrund: Fernandes zeigt Ulmen auf Mallorca an
Hintergrund ist der Fall, über den zuerst der Spiegel berichtet hatte: Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ulmen bei einem Bezirksgericht in Palma de Mallorca angezeigt. Sie wirft ihm vor, über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren gefälschte Profile in ihrem Namen betrieben und darüber pornografische Fotos und Videos verschickt zu haben. Zudem beschuldigt sie ihn körperlicher Übergriffe. Der Fall schlug national Wellen und rief Diskussionen über die Gesetzeslage gegen sexuelle Gewalt im Netz auf den Plan.
Ulmens Anwalt Christian Schertz bezeichnete die Berichterstattung über den Fall als „in großen Teilen unzulässige Verdachtsberichterstattung“, bei der „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet würden. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Eingestellte Ermittlungen in Itzehoe werfen Fragen auf
Neben der Anzeige auf Mallorca wirft der Umgang der deutschen Behörden mit einer früheren Anzeige von Fernandes Fragen auf. Im November 2024 erstattete die Schauspielerin bei der Berliner Polizei Anzeige gegen Unbekannt wegen eines Fake-Accounts in ihrem Namen. Die Ermittlungen wurden anschließend an die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein übergeben, offenbar weil sie sich dort aufgehalten haben könnte, als sie auf eines der Fake-Profile aufmerksam wurde.
Laut Staatsanwaltschaft forderten die Ermittlungsbehörden daraufhin weitere Beweise von Fernandes an. Als keine Reaktion erfolgte, wurden die Ermittlungen im Juni 2025 eingestellt. Doch genau diese Aufforderung erreichte die Schauspielerin womöglich nie.
Fernandes-Anwältin Christina Clemm sagte dem Nordkurier und der Schwäbischen Zeitung, ihre Mandantin habe von der Berliner Polizei lediglich die Mitteilung erhalten, dass das Verfahren an eine zuständige Behörde in Schleswig-Holstein abgegeben werde und sich diese gegebenenfalls für weitere Ermittlungen melden würde. Welche Behörde konkret zuständig sei, sei Fernandes weder zu diesem Zeitpunkt noch auf Nachfrage im Februar 2025 mitgeteilt worden. Sie habe auf eine entsprechende Kontaktaufnahme gewartet.


