Die Verhandlungsteams der USA und des Iran könnten noch in dieser Woche nach Pakistan zurückkehren, um die Gespräche über ein Ende des Kriegs fortzusetzen. Das berichtete Reuters am Dienstag unter Berufung auf pakistanische und iranische Regierungsvertreter. Islamabad habe beiden Seiten einen Vorschlag für eine zweite Runde übermittelt.
Ein hochrangiger pakistanischer Regierungsvertreter erklärte gegenüber Reuters, man habe den Iran kontaktiert und „eine positive Antwort erhalten, wonach Teheran für eine zweite Gesprächsrunde offen sei“. Ein Beamter der iranischen Botschaft in Islamabad sagte, die nächste Runde könne „irgendwann später in dieser Woche oder Anfang nächster Woche“ stattfinden. Ein Termin stehe noch nicht fest. Beide Delegationen hielten sich laut einer iranischen Quelle das Zeitfenster von Freitag bis Sonntag offen.
Von US-Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Zwei US-Beamte sagten am Montag gegenüber AP, dass Gespräche über eine neue Runde liefen. Ein Diplomat eines der Vermittlerländer erklärte, Teheran und Washington hätten einer Fortsetzung zugestimmt. Als mögliche Austragungsorte kommen Islamabad und Genf infrage.
Erste Runde endete ohne Einigung
Die erste direkte Begegnung zwischen US-amerikanischen und iranischen Vertretern seit mehr als einem Jahrzehnt hatte am vergangenen Wochenende in Islamabad stattgefunden. US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf führten die jeweiligen Delegationen. Die 21 Stunden langen Gespräche endeten ohne Einigung. Vance bezeichnete den US-Vorschlag danach als „endgültiges und bestes Angebot“.
Zu den Streitpunkten zählen die Straße von Hormus, Irans Atomprogramm und die internationalen Sanktionen gegen Teheran. Die USA erklärten am Dienstag eine Seeblockade iranischer Häfen. Iran drohte mit Vergeltungsschlägen gegen Häfen am Persischen Golf. „Wenn ihr kämpft, werden wir kämpfen“, sagte Qalibaf in einer an Trump gerichteten Erklärung.
Waffenruhe gilt seit vergangener Woche
Der Krieg begann am 28. Februar mit US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran. Seit vergangener Woche gilt eine fragile Waffenruhe. Laut AP wurden mindestens 3000 Menschen im Iran getötet, mehr als 2000 im Libanon, Dutzende in Israel und in arabischen Golfstaaten. 13 US-Soldaten kamen ums Leben.
Die Blockade der Straße von Hormus – durch die in Friedenszeiten ein Fünftel des weltweiten Öltransports fließt – hat die Ölpreise stark steigen lassen und die Kosten für Benzin und Lebensmittel weit über den Nahen Osten hinaus erhöht.


