USA

Nach Tötung in Minneapolis: US-Bundesbeamte schießen zwei Menschen in Portland nieder

Nachdem in Minneapolis eine Frau von einem ICE-Beamten getötet wurde, sorgt ein weiterer Zwischenfall mit Bundesbeamten in Portland für Aufruhr in den USA.

Eine Demonstrantin schreit einen Polizisten aus Portland vor der US-Einwanderungs- und Zollbehörde an.
Eine Demonstrantin schreit einen Polizisten aus Portland vor der US-Einwanderungs- und Zollbehörde an.Jenny Kane/AP

Bundesbeamte haben in Portland im US-Bundesstaat Oregon offenbar zwei Menschen niedergeschossen, die inzwischen ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Das teilte die Polizeibehörde von Portland am Donnerstag mit. Das FBI-Büro in Portland erklärte in einem Beitrag auf X, dass an der Schießerei Beamte der Zoll- und Grenzschutzbehörde (Customs and Border Protection) beteiligt gewesen seien und dass das FBI die Ermittlungen leite. Der Post wurde aus unbekannten Gründen inzwischen jedoch gelöscht.

Um 14.18 Uhr Ortszeit rückten den Angaben zufolge Polizeibeamte in Portland zu einem gemeldeten Schusswaffenvorfall im Bereich des 10200er-Blocks der Southeast Main Street aus, heißt es in der Mitteilung. Vor Ort bestätigten die Beamten, dass Bundesagenten in den Vorfall verwickelt waren. Die beiden Angeschossenen, ein Mann und eine Frau, hatten sich in einem Auto befunden. Über ihren Zustand ist derzeit laut dem US-Sender CNN nichts Näheres bekannt.

Die stellvertretende Ministerin für Heimatschutz der USA, Tricia McLaughlin, gab derweil eine Erklärung im Onlinedienst X ab, wonach sowohl der Fahrer als auch der Beifahrer Mitglieder der „grausamen venezolanischen Gang Tren de Aragua“ gewesen seien und dass der Beifahrer an einem Prostitutionsring sowie an einer kürzlichen Schießerei in Portland beteiligt gewesen sei.

Fall erinnert an tödliche Schüsse in Minneapolis

„Wir befinden uns noch in einem sehr frühen Stadium der Ermittlungen“, hatte Portlands Polizeichef Bob Day zuvor laut CNN gesagt. „Uns ist bewusst, dass viele Menschen nach der Schießerei in Minneapolis von starken Emotionen und Anspannung geprägt sind, doch ich bitte die Gemeinschaft, ruhig zu bleiben, während wir weitere Informationen sammeln.“

In Minneapolis im Bundesstaat Minnesota war am Mittwoch eine Frau von Beamten der Einwanderungs- und Zollbehörde ICE erschossen worden, die mit ihrem Auto davonfahren wollte. Der Vorfall führte zu großen Protesten gegen das Vorgehen der Bundesbeamten.

Portland traditionell politisch links

Portlands Bürgermeister Keith Wilson verurteilte die Schießerei in einer Pressekonferenz, an der auch die demokratische Gouverneurin von Oregon, Tina Kotek, sowie weitere lokale Amtsträger teilnahmen. Er forderte ICE auf, „alle Operationen“ in der Stadt einzustellen, wie aus einem Bericht des Portals Oregon Public Broadcasting hervorgeht.

Portland steht in einem angespannten Verhältnis zu ICE. Die Stadt, in der traditionell Demokraten überwiegen, hat sich als „Sanctuary City“ positioniert, was bedeutet, dass lokale Behörden nicht aktiv mit ICE bei der Verfolgung von Migrantinnen und Migranten ohne Straftaten zusammenarbeiten.

Gleichzeitig ist ICE in Portland aktiv, was immer wieder zu Konflikten zwischen Bundesbehörden, der Stadtverwaltung und Demonstranten führt. In den letzten Jahren kam es mehrfach zu Protesten gegen ICE-Razzien und Abschiebungen, teils mit Konfrontationen zwischen Demonstranten und Bundespolizei.