Der Tschad hat am Montag seine östliche Grenze zum Sudan auf unbestimmte Zeit geschlossen. Auslöser waren Gefechte am Wochenende in der Grenzstadt Tine, bei denen fünf tschadische Soldaten und drei Zivilisten getötet sowie zwölf weitere Menschen verletzt wurden, wie zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten.
Die Kämpfe ereigneten sich am Samstag zwischen den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) und regierungstreuen Milizen des Sudan. Tine gehört zu den letzten Gebieten in der weitläufigen Region Darfur, die noch von der sudanesischen Armee gehalten werden. Seit Oktober 2025 kontrolliert die RSF den Großteil Darfurs.
Die sudanesische Armee und verbündete Gruppen erklärten laut AP, sie hätten den RSF-Angriff auf Tine abgewehrt und die Kämpfer zur Flucht in den Tschad gezwungen.
Sorge im Tschad vor Ausbreitung des Konflikts
Die tschadische Regierung erklärte am Montag, die Grenzschließung werde bis auf Weiteres gelten. Die Entscheidung sei wegen „wiederholter Grenzverletzungen und Übergriffen durch Kräfte im Sudan-Konflikt“ getroffen worden. Es soll so verhindert werden, „dass sich der Konflikt auf unser Territorium ausbreitet“, hieß es weiter.
Trotz der Grenzschließung sollen laut der Regierungserklärung „außerordentliche Ausnahmen, die strikt durch humanitäre Gründe gerechtfertigt sind“, gewährt werden können. Seit Beginn des Konflikts sind Hunderttausende sudanesische Flüchtlinge über die Grenze in den Tschad geflohen.
In Tine seien zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung auf tschadischer Seite erforderlich, erklärte ein Grenzschutzbeamter laut Reuters. Zwei anonyme Quellen bestätigten gegenüber Reuters, dass weitere tschadische Truppen in das Gebiet verlegt würden.
Es ist nicht das erste Mal, dass der Tschad seine Grenze zum Sudan schließt. Bereits kurz nach Ausbruch des Bürgerkriegs im April 2023 hatte das Land AP zufolge vorübergehend die Grenze dichtgemacht. Damals war ein Machtkampf zwischen der sudanesischen Armee und der RSF in offene Kämpfe in der Hauptstadt Khartum und anderen Landesteilen umgeschlagen.
Der Krieg im Sudan hat nach UN-Angaben mehr als 40.000 Menschen das Leben gekostet und das Land in eine humanitäre Krise gestürzt. Mehr als 14 Millionen Menschen wurden laut AP aus ihren Häusern vertrieben.


