Neuseeland und die Cookinseln haben am Donnerstag ein Verteidigungs- und Sicherheitsabkommen unterzeichnet, das einen über einjährigen diplomatischen Konflikt zwischen den beiden Pazifikstaaten beendet. Auslöser der Spannungen war ein Abkommen der Cookinseln mit China, das Wellington nicht vorab mitgeteilt worden war, wie der neuseeländische Sender RNZ berichtet.
In der neuen Erklärung verpflichten sich die Cookinseln, Neuseeland als „bevorzugten Partner in Verteidigungs- und Sicherheitsfragen“ zu betrachten. Neuseelands Außenminister Winston Peters sagte laut AP, die Erklärung beseitige „frühere Unklarheiten“ über das Verhältnis beider Länder. Zugleich werde die seit zwei Haushaltsjahren eingefrorene Finanzhilfe von rund 29,8 Millionen neuseeländischen Dollar jährlich wieder aufgenommen, so RNZ.
Streit um China-Deal als Auslöser
Der Konflikt begann, als Cookinseln-Premierminister Mark Brown im Februar 2025 bei einem Besuch in Peking eine umfassende strategische Partnerschaft mit China unterzeichnete – ohne Wellington vorab über die Inhalte zu informieren. Neuseeland sah darin einen Verstoß gegen die bestehenden Konsultationspflichten aus dem seit 1965 bestehenden Assoziierungsverhältnis, bei dem Neuseeland die Verteidigung der Cookinseln übernimmt und deren Bürger neuseeländische Pässe tragen. Brown verteidigte sich laut AP damit, dass das Abkommen keine Verteidigungsaspekte enthalte.
Peters erklärte laut RNZ, das China-Abkommen sei nun „hinter uns“. Brown betonte, die neue Erklärung habe keine Auswirkungen auf bestehende Vereinbarungen mit anderen Staaten. Neuseeland sei aber künftig „erste Anlaufstelle bei allem, was mit Verteidigung und Sicherheit zu tun hat“, so Brown laut RNZ.
Großmächte ringen um Einfluss im Pazifik
Der Konflikt spiegelt laut AP ein größeres geopolitisches Ringen wider: Zahlreiche kleine Pazifikstaaten werden von Peking mit Hilfsangeboten, Krediten und Infrastrukturprojekten umworben. Peters bezeichnete das strategische Umfeld laut AP als „komplexer und umkämpfter als zu jedem anderen Zeitpunkt“ seit Bestehen der Partnerschaft.
Oppositionsführer Chris Hipkins begrüßte laut RNZ die Annäherung und betonte, das Verhältnis habe in den vergangenen Jahren gelitten. Beide Seiten hätten sich in den letzten 18 Monaten auch darüber ausgetauscht, in welchen Bereichen die Cookinseln mit China kooperieren können – und in welchen nicht, berichtet RNZ.


