Crans-Montana

Nach Feuer mit 40 Toten: Bar-Besitzer in Untersuchungshaft

Der Besitzer der Schweizer Bar, in der sich in der Silvesternacht eine verheerende Brandkatastrophe abspielte, ist in Untersuchungshaft. Was wird ihm vorgeworfen?

Trauernde nach dem verheerenden Feuer in der Schweiz
Trauernde nach dem verheerenden Feuer in der SchweizMaxime Schmid/AFP

Der Besitzer der Bar in Crans-Montana, wo in der Silvesternacht ein Feuer mit 40 Toten ausgebrochen war, ist in Untersuchungshaft. Das zuständige Zwangsmaßnahmengericht in Sitten (Sion) im Schweizer Kanton Wallis hat einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben. Die Entscheidung solle vorerst für drei Monate gelten.

Die leitende Staatsanwältin hatte den Schritt mit Fluchtgefahr begründet. Moretti ist Franzose. Seine Frau Jessica, mit der er die Bar zusammen betrieb, bleibt auf freiem Fuß. Die Anwälte des Ehepaars betonten, dass die beiden keine Absicht hätten, sich den Ermittlungen zu entziehen.

Gegen das französische Ehepaar Moretti wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt. Nach einer mehr als sechsstündigen Befragung hatte die Staatsanwaltschaft im Kanton Wallis am Freitag entschieden, Jacques Moretti in Gewahrsam zu nehmen, und dies unter anderem mit Fluchtgefahr begründet. Morettis Frau hingegen blieb auf freiem Fuß.

Notausgang war in der Silvesternacht wohl verschlossen

Zuvor hatte der Besitzer offenbar eingeräumt, dass der Notausgang in der Silvesternacht abgeschlossen war, als das Feuer ausbrach. Wie der öffentlich-rechtliche Sender RTS unter Berufung auf übereinstimmende Ermittlungsinformationen berichtete, erklärte Moretti, er sei in der Nacht des Unglücks zu der Bar im Schweizer Ski-Ort Crans-Montana geeilt und habe dort festgestellt, dass die betreffende Fluchttür blockiert gewesen sei. Daraufhin habe er die Tür von außen geöffnet und mehrere leblose Körper direkt dahinter vorgefunden. Zudem habe er selbst die Deckenverkleidung aus Schaumstoff ausgetauscht, die später in Brand geriet.

Zusätzlich zu den dutzenden Todesopfern wurden in der Silvesternacht mehr als hundert Menschen teils schwer verletzt, darunter viele Jugendliche. Das jüngste Todesopfer war 14 Jahre alt. Ersten Ermittlungen zufolge war ein Funkenflug von Partyfontänen an Champagnerflaschen auf brennbare Deckenverkleidung übergesprungen und hatte den Brand ausgelöst. (mit AFP/dpa)