Nach direkten Drohungen aus Moskau gegen Ziele in Deutschland hat das Auswärtige Amt den russischen Botschafter einbestellt. Berlin wertet die Äußerungen als Versuch, die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.
Das Auswärtige Amt teilte am Freitag auf der Plattform X mit, direkte Drohungen Russlands gegen Ziele in Deutschland seien ein Versuch, die deutsche Unterstützung für die Ukraine zu schwächen und die Geschlossenheit zu testen. „Wir lassen uns nicht einschüchtern“, hieß es in der Mitteilung. Solche Drohungen und jede Art von Spionageaktivitäten in Deutschland seien vollkommen inakzeptabel. Aus diesem Grund sei der russische Botschafter einbestellt worden.
Moskauer Liste mit Drohnenstandorten
Hintergrund ist wohl eine Aufstellung des russischen Verteidigungsministeriums vom Mittwoch mit Fabriken und Unternehmen, die nach Moskauer Darstellung Drohnen oder Drohnenkomponenten für die Ukraine produzieren. Aufgeführt seien laut der Nachrichtenagentur Reuters Standorte in zwölf Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Polen, Tschechien, Italien und die Türkei.
Der frühere Präsident Dmitri Medwedew, heute stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrats, bezeichnete die Liste auf X als Aufzählung möglicher Ziele. „Wann Schläge Realität werden, hängt davon ab, was als Nächstes geschieht. Schlaft gut, europäische Partner“, schrieb Medwedew. Kremlsprecher Dmitri Peskow vermied vor Journalisten eine direkte Antwort auf die Frage, ob Moskau Produktionsstätten in Europa als Ziele betrachte. Auch Tschechien bestellte dem Bericht des Kyiv Independent zufolge den russischen Botschafter ein.

