Nach Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump über „sehr gute“ Gespräche mit dem Iran steuerten die Ölpreise am Freitag laut Reuters auf einen wöchentlichen Rückgang zu, auch wenn sich die Preise der Referenzsorten Brent und WTI nach einem starken Vortag kaum veränderten.
Die Futures der Referenzsorte Brent fielen laut Reuters am Freitagmorgen um vier Cent auf 107,97 US-Dollar je Barrel. Die Futures der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) gaben um 40 Cent auf 94,08 US-Dollar pro Barrel nach. Brent legte seit Beginn des Konflikts um mehr als 48 Prozent zu, fiel dem Bericht zufolge in dieser Woche jedoch um rund vier Prozent. WTI verlor im Wochenvergleich 4,6 Prozent.
Trump verlängert Iran-Ultimatum
Trump hatte dem Iran ursprünglich eine mehrtägige Frist für Angriffe auf iranische Energieanlagen in Aussicht gestellt und diese am Donnerstag auf zehn Tage bis zum 6. April verlängert. Die Verlängerung schaffe kurzfristig Entlastung, verlängere aber die Unsicherheit über den Kriegsverlauf bis weit in den April, berichtete Bloomberg.
Gleichzeitig verstärken die USA ihre Militärpräsenz in der Region. Laut Bloomberg befinden sich bereits Marine-Expeditionseinheiten und Soldaten der 82. Luftlandedivision vor Ort. Das Wall Street Journal berichtete, das Pentagon prüfe die Entsendung von bis zu 10.000 weiteren Bodentruppen.
„Der Markt versteht allmählich, dass ein sicheres Ende des Konflikts nicht absehbar ist“, sagte Carl Larry, Analyst bei Enverus, laut Bloomberg. Analysten des Finanzdienstleisters Macquarie Group schätzten laut Reuters, dass die Ölpreise bei einem baldigen Kriegsende rasch fallen würden. Ziehe sich der Konflikt hingegen bis Ende Juni, könnten sie auf 200 Dollar pro Barrel steigen.
Ein iranischer Beamter wies einen 15-Punkte-Vorschlag der USA über eine Waffenruhe gegenüber Reuters als „einseitig und unfair“ zurück. Iran habe eigene Bedingungen gestellt, darunter die Anerkennung seiner Hoheit über die Straße von Hormus, eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Öl, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.

