Eine mysteriöse Explosion hat am frühen Mittwochabend den Südwesten der Hauptstadt erschüttert. Um 17.53 Uhr war laut einer Anwohnerin die Detonation zu hören. „Wie ein Donnerschlag“, berichtete sie der B.Z. Der Boden habe gebebt, die Wände zitterten, Fenster klirrten, Menschen rannten verängstigt auf die Straße. Doch niemand konnte sich zunächst erklären, was dort explodiert war.
Weiträumig war die Detonation im Bereich Schlachtensee, Nikolassee, Dahlem und Düppel zu hören. Scheiben wackelten, Anwohner rannten auf die Straßen.
Spekulationen über Sprengungen auf Sprengplatz Grunewald
Weder Polizei noch Feuerwehr konnten auf Nachfrage der B.Z. zunächst für Klarheit sorgen. Von den Sprechern hieß es, dass es derzeit keinen Einsatz in Zehlendorf mit einer Explosion gäbe.
Möglicherweise kam die heftige Detonation vom Sprengplatz Grunewald, spekulierten Personen im Netz. Regelmäßig werden dort Sprengungen durchgeführt. Immer wieder seien von dort Explosionen zu hören und auch zu spüren, allerdings nicht mit dieser Intensität, berichtete ein Anwohner.
Wie auf der Seite der Berliner Polizei zu lesen ist, wurden dort auch am Mittwoch von 9 bis 15 Uhr Sprengungen durchgeführt. Die heftige Explosion war aber erst kurz vor 18 Uhr zu vernehmen.
Polizei sprengt 800 Kilogramm illegale Pyrotechnik
Kurz nach 19 Uhr lieferte die Berliner Polizei die Erklärung: Am Dienstag waren bei Durchsuchungsmaßnahmen in Charlottenburg, Wedding, Reinickendorf und Pankow unter anderem 800 Kilogramm illegale Pyrotechnik entdeckt worden.
Nach Angaben eines Sprechers seien diese nicht handhabungs- und lagerungsfähig gewesen und wurden gegen 18 Uhr auf dem Sprengplatz Grunewald zur Explosion gebracht. Die kontrollierte Sprengung der großen Menge an Feuerwerkskörpern führte offenbar zu der weithin spürbaren Detonation.


