Kindesmissbrauch

Missbrauchsverdacht Havelland-Kliniken Rathenow: Ermittlungen gegen Kinderarzt ausgeweitet

Der Kinderarzt befindet sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft mögliche weitere Opfer. Es geht wohl um einen Zeitraum von rund zwölf Jahren.

Die Ermittlungen gegen einen Kinderarzt aus den Havelland-Kliniken in Rathenow wegen Missbrauchsvorwürfen werden ausgeweitet.
Die Ermittlungen gegen einen Kinderarzt aus den Havelland-Kliniken in Rathenow wegen Missbrauchsvorwürfen werden ausgeweitet.Elisa Schu/dpa

Die Ermittlungen gegen einen Kinderarzt aus dem Havelland wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch erstrecken sich nun auf einen deutlich längeren Zeitraum als bisher bekannt. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam mitteilte, reichen die Untersuchungen inzwischen bis Dezember 2013 zurück – zuvor war lediglich von einem Ermittlungszeitraum bis 2016 die Rede gewesen. Der untersuchte Zeitraum umfasst damit rund zwölf Jahre bis November 2025.

Der Mediziner, der bei den Havelland-Kliniken am Standort Rathenow tätig war, sitzt seit rund vier Monaten in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, am 2. November 2025 während seiner beruflichen Tätigkeit ein Kind in den Räumen der Klinik sexuell missbraucht zu haben. Als Haftgrund wurde Wiederholungsgefahr genannt. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

Auswertung von Datenträgern liefert Hinweise auf weitere Taten

Bereits im Januar 2026 hatte die Staatsanwaltschaft erklärt, dass die Auswertung sichergestellter Datenträger Anhaltspunkte für weitere Missbrauchshandlungen ergeben habe. Die Behörde prüft seither, ob es neben dem bislang bekannten Fall weitere Opfer gibt. Nähere Angaben – etwa zur möglichen Zahl Betroffener – machte die Sprecherin unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Wann die Ermittlungen abgeschlossen werden können, bleibt offen. „Wir arbeiten sehr zügig an dem Verfahren", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft lediglich. Nach der Strafprozessordnung soll die Untersuchungshaft in der Regel sechs Monate nicht überschreiten – diese Frist würde im Mai ablaufen.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Fall erst Wochen nach der mutmaßlichen Tat öffentlich gemacht und hält sich weiterhin mit detaillierten Informationen zurück. Die Havelland-Kliniken arbeiten den Verdachtsfall nach eigenen Angaben mithilfe externer Fachleute auf und überprüfen ihre internen Schutzmechanismen.