Reaktion auf Videoaufnahmen

Minneapolis: Trump bezeichnet erschossenen Alex Pretti als „Unruhestifter“

Der Tod von Alex Pretti löste in den USA Proteste aus. Neu aufgetauchte Videoaufnahmen zeigten ihn bei einer früheren Auseinandersetzung mit US-Beamten. Nun äußert sich Trump dazu.

Teilnehmer einer Mahnwache für Alex Pretti in New York
Teilnehmer einer Mahnwache für Alex Pretti in New YorkBilly Tompkins/ZUMA Press Wire/imago

US-Präsident Donald Trump hat den von Grenzbeamten in Minneapolis erschossenen Krankenpfleger Alex Pretti als „Unruhestifter und möglicherweise Aufständischen“ bezeichnet. Das Ansehen von Pretti sei „stark gesunken“, nachdem Videoaufnahmen veröffentlicht wurden, die den 37-Jährigen bei einer Auseinandersetzung mit US-Beamten zeigen, sagte er in einem Beitrag auf Truth Social.

Am Mittwochabend hatten mehrere US-Sender ein Video ausgestrahlt, das Pretti anderthalb Wochen vor seinem Tod zeigen soll. Darin ist demnach zu sehen, wie der 37-Jährige Bundesbeamte anschreit und gegen das Rücklicht eines Einsatzfahrzeuges tritt.

Mehrere Beamte versuchten daraufhin, ihn zu Boden zu bringen, er befreite sich jedoch. In seinem Hosenbund ist einem AP-Bericht zufolge etwas zu sehen, das wie eine Handfeuerwaffe aussieht, jedoch zeigten die Videos zu keinem Zeitpunkt, dass der 37-Jährige danach griff.

Trump: Pretti in Aufnahmen „verrückt und außer Kontrolle“

Steve Schleicher, der Anwalt der Familie Pretti, sagte zu den Videoaufnahmen: „Eine Woche bevor Alex auf der Straße erschossen wurde – obwohl er keine Gefahr für irgendjemanden darstellte – wurde er von einer Gruppe von ICE-Beamten gewaltsam angegriffen. Nichts, was eine volle Woche zuvor geschah, hätte Alex’ Tötung durch ICE am 24. Januar rechtfertigen können.“

Trump beschrieb die Aufnahmen in seinem Beitrag als „Darstellung von Missbrauch und Wut“, die „verrückt und außer Kontrolle“ gewesen sei. Der Beamte hingegen sei „ruhig und besonnen“ geblieben.

Pretti war am vergangenen Samstag am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis erschossen worden. Das Heimatschutzministerium hatte anschließend zunächst von Notwehr gesprochen. Pretti wurde demnach vorgeworfen, eine Waffe in der Hand gehalten zu haben. Videoaufnahmen widerlegen diese Darstellung jedoch.

Wenige Wochen zuvor war bereits die 37-jährige Renée Good von ICE-Beamten erschossen worden. Die Vorfälle lösten Proteste in Minneapolis und weiteren US-Städten aus. (mit AFP)