Artenschutz

UN-Artenschutz-Konferenz COP15: Lula kündigt neue Schutzgebiete für Wildtiere an

In Campo Grande beginnt die Debatte über den Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume. Brasilien nutzt den Auftakt für ein umweltpolitisches Signal.

Ein Riesenotter im Pantanal in Brasilien. Die Region ist Lebensraum zahlreicher bedrohter Arten.
Ein Riesenotter im Pantanal in Brasilien. Die Region ist Lebensraum zahlreicher bedrohter Arten.Sergio Pitamitz/imago

Anlässlich des Starts der COP15 am Montag in Campo Grande im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso do Sul hat Präsident Luiz Inácio Lula da Silva die Einrichtung neuer Schutzgebiete angekündigt. Dies teilte das brasilianische Präsidialamt am Sonntag mit.

In Campo Grande kommen von 23. bis 29. März 2026 Vertreter der 133 Unterzeichner der Bonner Konvention zum Schutz wandernder wildlebender Tierarten (CMS) zu ihrer 15. Vertragsstaatenkonferenz (COP15) zusammen. Im Mittelpunkt stehen Haie, Meeressäuger, Zugvögel und andere wandernde Arten sowie ihre Lebensräume und Wanderkorridore. Auf der Konferenz soll der Schutz mehrerer bedrohter Haiarten ausgeweitet werden. Dazu gehören unter anderem der Große Hammerhai und Fuchshaie, die durch Fischerei stark gefährdet sind.

Bedrohte Heimat vieler Tierarten

Bei einem Spitzentreffen am Sonntag in Campo Grande vor Beginn der COP15 kündigte Lula laut der staatlichen Nachrichtenagentur Agência Brasil neue Schutzgebiete im Pantanal und im Cerrado an und stellte den Schutz bedrohter Arten sowie den Kampf gegen illegale Jagd in den Mittelpunkt.

Das Cerrado ist eine artenreiche Savannenregion im Zentrum Brasiliens. Artenschutz ist dort wichtig, weil Landwirtschaft und Rodungen viele Lebensräume zerstören. Das Pantanal im Grenzgebiet von Brasilien, Bolivien und Paraguay ist eines der großen Tierparadiese Südamerikas: Hier leben unter anderem Jaguare, Riesenotter, Hyazinth-Aras und Millionen Kaimane. In den vergangenen Jahren haben Dürren und verheerende Brände, die häufig durch Brandrodung zur Landnahme für die Viehzucht und Agrarwirtschaft verursacht wurden, dem Feuchtgebiet schwer zugesetzt.

Umweltministerin Marina Silva rief die Teilnehmerstaaten nach einem Bericht der Zeitung O Povo am Sonntag dazu auf, beim Artenschutz enger zusammenzuarbeiten. Wandernde Arten machten an Staatsgrenzen nicht halt, sagte sie. Multilaterales Handeln sei deshalb unverzichtbar.

Stärkere indigene Beteiligung gefordert

Die Umweltorganisation WWF-Brasil erklärte, die Vernetzung von Lebensräumen müsse im Zentrum der Verhandlungen stehen. Frühere Beschlüsse müssten nun umgesetzt werden, forderte die brasilianische Sektion der internationalen Naturschutzorganisation WWF.

Das Instituto Socioambiental, eine brasilianische Organisation für Umwelt- und Indigenenrechte, kündigte an, interkulturelle Forschungsergebnisse aus dem Amazonasgebiet am Rio Negro auf der Konferenz vorzustellen. Zugleich forderte die Organisation, indigene Wissenssysteme und territoriale Selbstverwaltung stärker in den Schutz von Feuchtgebieten einzubeziehen.