Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat anlässlich des Earth Day am 22. April die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer öffentlich gewürdigt. In einem auf seinem X-Account veröffentlichten Beitrag zählt Obama die 30-Jährige zu den jungen Menschen aus dem Leaders-Programm seiner Stiftung, die ihm Zuversicht gäben, wie aus dem Beitrag hervorgeht.
In dem begleitenden Video beschreibt Obama Neubauer als jemanden, der nicht auf Veränderung durch andere warte, sondern selbst aktiv werde. Ihre Geschichte bezeichnete der Demokrat als bemerkenswert. Zu sehen ist Neubauer dabei in dicker Jacke und Schwimmweste an Bord eines Schiffes in der Antarktis.
The young people in our @ObamaFoundation Leaders program give me hope. One of those leaders, Luisa Neubauer, is working to fight climate change and recently traveled to Antarctica.
— Barack Obama (@BarackObama) April 22, 2026
This Earth Day, I hope you'll check out her incredible story. pic.twitter.com/T3yqryHRj2
Die Region um den Südpol sei für sie ein „Ort der Hoffnung“, weil sie durch einen internationalen Vertrag geschützt werde, erklärt Neubauer in dem Video. Die Existenz dieses geschützten Kontinents wirke in der heutigen Welt „geradezu utopisch“ und zeige, was möglich sei, wenn sich Menschen gemeinsam für Frieden und den Schutz des Planeten einsetzten. Hintergrund der Aufnahmen war eine vierwöchige Forschungsreise an Bord des Segelschiffs Malizia Explorer.
Portrait Neubauers auf Obama Foundation Seite
Auf der Website der Obama Foundation wird Neubauer porträtiert und als eine der zentralen Organisatorinnen der Bewegung Fridays for Future in Deutschland vorgestellt. Sie habe Massenproteste mit organisiert, die zum deutschen Kohleausstieg und zum ersten nationalen Klimagesetz beigetragen hätten. 2020 absolvierte sie das Leadership-Programm der Stiftung.
Die Obama Foundation verweist zudem auf das Verfahren „Neubauer vs. Deutschland“ aus dem Jahr 2021, in dem Neubauer als Hauptklägerin auftrat. Das Bundesverfassungsgericht entschied, dass eine unzureichende Emissionsminderung die Freiheitsrechte junger Menschen verletze. Die Stiftung hebt außerdem hervor, dass Neubauer mit Spitzenpolitikern wie Emmanuel Macron, Angela Merkel, Ursula von der Leyen und Papst Franziskus gesprochen hat. Im Herbst 2024 verklagte sie laut Stiftung die Bundesregierung erneut, um die soziale Absicherung im Klimawandel zu stärken.
Neubauer machte Wahlkampf für Harris in den USA
In ihrem von Obama geteilten Statement schildert Neubauer, ein Aufenthalt in Tansania nach dem Abitur habe sie politisiert: Ein von ihrer Hamburger Kirchengemeinde unterstütztes Wassersystem habe wegen veränderter Niederschläge das Dorf nicht mehr ausreichend versorgt. Inspiriert von Greta Thunberg habe sie 2018 die deutsche Jugendklimabewegung mitgegründet. Deutschland werde bis 2038 aus der Kohle aussteigen. Zugleich warnt Neubauer, Klimaziele würden abgeschwächt und Klimaleugnung kehre zurück. Veränderung komme nicht von wenigen „Öko-Helden“, sondern von Millionen kleiner Schritte.
Aufmerksamkeit erregte Neubauer zuletzt auch jenseits der deutschen Klimadebatte: Im November 2024 dokumentierte sie auf ihrem X-Account einen mehrwöchigen Aufenthalt in den USA, bei dem sie im Swing State Pennsylvania Haustürwahlkampf für die demokratische Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris machte. In ihren Posts beschrieb Neubauer ihre Eindrücke aus den Vorstädten, darunter Begegnungen mit Wählerinnen und Wählern sowie die langen Distanzen, die sie nach eigenen Angaben nur per Auto bewältigen konnte. Nach eigener Darstellung sprach sie während ihres Aufenthalts auch an Universitäten und Schulen über Klima und Politik.


