Im jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International hat Deutschland Platz zehn erreicht und sich damit im Vergleich zum Vorjahr um fünf Ränge verbessert. Die Spitzenposition belegt erneut Dänemark, gefolgt von Finnland auf dem zweiten und Singapur auf dem dritten Platz. Die USA rangieren auf Platz 29.
Transparency International dämpft jedoch die Freude über das deutsche Ergebnis. Der Aufstieg sei auf den ersten Blick zwar begrüßenswert, es gebe aber keinen Grund zur Selbstzufriedenheit. Denn die bessere Platzierung erkläre sich in erster Linie durch den Abstieg anderer Länder wie Australien, Irland und Uruguay, nicht durch eigene Fortschritte Deutschlands bei der Korruptionsbekämpfung.
Die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Alexandra Herzog, befürchtet für die Bundesrepublik sogar einen weiteren Abwärtstrend – wegen des Bürokratieabbaus: Denn unter diesem Schlagwort würden teilweise zentrale Kontrollmechanismen gegen Korruption abgebaut.
Index basiert auf Einschätzungen von Fachleuten und Führungskräften
Am unteren Ende der Rangliste finden sich wie bereits im Vorjahr der Südsudan und Somalia. In beiden Ländern wurde das höchste Maß an wahrgenommener Korruption festgestellt.
Der Korruptionswahrnehmungsindex wird jährlich von Transparency International veröffentlicht und erfasst, wie korrupt der öffentliche Sektor eines Landes wahrgenommen wird. Die Bewertung stützt sich auf Einschätzungen von Führungskräften aus der Wirtschaft, Fachleuten und verschiedenen Institutionen. Für die aktuelle Ausgabe wurden insgesamt 182 Länder untersucht.


