Nach Ansicht der vier führenden deutschen Wirtschaftsverbände stehe Deutschland wirtschaftlich an einem Kipppunkt und brauche sofortige strukturelle Reformen. Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung von BDA, BDI, DIHK und ZDH hervor, wie Politico berichtet. Das Schreiben wurde vor dem heutigen Treffen der Verbandsspitzen mit Bundeskanzler Friedrich Merz in München veröffentlicht.
Der Wirtschaftsstandort Deutschland stehe „unter Druck wie selten zuvor in der Nachkriegsgeschichte", heißt es in dem Papier. Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren ohne Wachstum würden die Widerstandskräfte der deutschen Wirtschaft zunehmend schwinden. Die bisherigen Maßnahmen der Bundesregierung bezeichnen die Verbände als bei Weitem nicht ausreichend.
Konkrete Forderungen: Rente, Steuern, Stromkosten
In ihrem Forderungskatalog verlangen die vier Organisationen unter anderem eine Anhebung des Renteneintrittsalters – und zwar noch in diesem Jahr. Darüber hinaus drängen sie auf eine vorgezogene Senkung der Körperschaftsteuer, also der Steuer, die Unternehmen auf ihre Gewinne zahlen. Auch die Stromsteuer solle für alle Unternehmen und Verbraucher gesenkt werden.
Beim Thema Bürokratie werden die Verbände besonders konkret: Die Bundesregierung solle ein Drittel aller bestehenden Auskunfts- und Berichtspflichten sowie die Hälfte der Dokumentationspflichten ersatzlos streichen.

