Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfiehlt ab 2027 eine Anhebung des monatlichen Rundfunkbeitrags um 28 Cent auf 18,64 Euro pro Haushalt. Das geht aus einem Zwischenbericht hervor, den die unabhängige Expertenkommission an die Bundesländer übergeben hat. Derzeit zahlen Haushalte 18,36 Euro monatlich.
Noch im Februar 2024 hatte die KEF eine Erhöhung auf 18,94 Euro ab 2025 vorgeschlagen. Da nicht alle 16 Bundesländer zustimmten, blieb der Beitrag unverändert. Dass die Kommission ihre Empfehlung in einer laufenden Beitragsperiode nach unten korrigiert, gilt als ungewöhnlicher Sonderfall. Hauptgrund für die niedrigere Empfehlung: Die Zahl der beitragspflichtigen Wohnungen hat sich laut KEF günstiger entwickelt als prognostiziert. Bereits ein Prozent Abweichung bei den Haushalten verändert den Beitrag rechnerisch um rund 20 Cent.
Verfassungsbeschwerde und Reformstaatsvertrag
ARD und ZDF hatten gegen die ausgebliebene Erhöhung Verfassungsbeschwerde eingelegt. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts wird noch in diesem Jahr erwartet.
Am Gesamtfinanzbedarf der Sender hat sich kaum etwas geändert: Für die Jahre 2025 bis 2028 erkennt die KEF einen Aufwand von 42 Milliarden Euro an. Der seit Dezember geltende Reformstaatsvertrag, mit dem die Länder den öffentlich-rechtlichen Rundfunk effizienter gestalten wollen, wirkt sich laut KEF frühestens ab 2029 auf die Beitragshöhe aus. Die Länder haben bis Ende 2026 Zeit, die neue Empfehlung per Staatsvertrag umzusetzen.

