Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat angekündigt, sämtliche Wohnhäuser in Dörfern nahe der libanesischen Grenze abreißen zu lassen. „Alle Häuser in Dörfern nahe der libanesischen Grenze werden nach dem Vorbild von Rafah und Beit Hanoun im Gazastreifen zerstört, um die Bedrohungen für die Bewohner im Norden in Grenznähe endgültig zu beseitigen“, sagte er laut Reuters in einer Erklärung.
Mehr als 1,2 Millionen Menschen im Libanon wurden dem Bericht zufolge vertrieben und nach libanesischen Angaben rund 1200 getötet, seit Israel Anfang März eine Offensive gegen die Hisbollah-Miliz gestartet hat. Zuvor hatte die Gruppe zur Unterstützung des Iran Angriffe auf Israel durchgeführt.
Verteidigungsminister: Israel wird „Sicherheitszone“ im Libanon errichten
„Nach Abschluss der Operation wird die israelische Armee (IDF) eine Sicherheitszone innerhalb des Libanon errichten“, sagte Katz weiter. Israel werde die „Sicherheitskontrolle über das gesamte Gebiet bis zum Litani-Fluss“ aufrechterhalten, einschließlich der verbleibenden Brücken.
„Die vertriebenen Bewohner dürfen erst dann südlich des Litani zurückkehren, wenn die Sicherheit der Bewohner Nordisraels gewährleistet ist“, fügte Katz hinzu. Der Fluss liegt etwa 30 Kilometer von der Grenze zu Israel entfernt. Das Gebiet zwischen ihm und der israelischen Grenze entspricht laut Reuters beinahe einem Zehntel des libanesischen Territoriums.
Europäische Außenminister fordern Deeskalation
Die Außenminister von zehn europäischen Ländern – darunter Frankreich, Großbritannien und die Niederlande – sowie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas riefen in einer gemeinsamen Erklärung am Dienstag zur Deeskalation auf. „Die Verantwortung für diese Situation liegt bei der Hisbollah“, hieß es darin. Man verurteile die Angriffe der Gruppe auf Israel „aufs Schärfste“.
Dennoch forderten die Außenminister Israel auf, „eine weitere Ausweitung des Konflikts, insbesondere durch eine Bodenoffensive auf libanesischem Territorium, zu vermeiden“. Die territoriale Integrität des Libanon müsse geachtet und die Zivilbevölkerung sowie zivile Infrastruktur wie Flughäfen, Häfen und Brücken geschützt werden.
Die europäischen Minister sagten dem Libanon humanitäre Hilfe zu und kündigten ihre Teilnahme an einer internationalen Unterstützungskonferenz an, die stattfinden solle, „sobald es die Umstände zulassen“. Zudem verurteilten sie jüngste Angriffe auf die UN-Friedenstruppe UNIFIL, bei denen Blauhelmsoldaten getötet wurden.

