Bei einer Explosion im Süden des Libanon sind nach Angaben der UN-Mission Unifil zwei Blauhelmsoldaten getötet worden. Ihr Fahrzeug sei nahe dem Ort Bani Hayyan durch eine Detonation „unbekannter Ursache“ zerstört worden, teilte die Mission am Montag mit. Ein weiterer Soldat sei schwer verletzt worden, ein vierter habe ebenfalls Verletzungen erlitten. Unifil sprach von einem „tragischen“ Vorfall und kündigte eine Untersuchung an.
Bereits am Sonntag war ein Blauhelmsoldat bei der Explosion eines Geschosses im Süden des Libanon getötet worden. Damit ist es innerhalb von 24 Stunden zu zwei tödlichen Vorfällen gekommen.
Zuvor hatte die Mission berichtet, dass nach einer Explosion mehrere Soldaten verletzt worden seien und zwei von ihnen zunächst nicht geborgen werden konnten, da Sicherheitsgarantien für das Gebiet fehlten. Ob es sich dabei um die später gemeldeten Todesopfer handelt, blieb zunächst unklar.
UN spricht von möglichem Kriegsverbrechen
Unifil erklärte, Angriffe auf Blauhelmsoldaten stellten „schwere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht“ dar und könnten Kriegsverbrechen sein. Die Mission rief alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von UN-Personal zu gewährleisten.
Die Friedenstruppe ist im Süden des Libanon stationiert, um die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah zu überwachen. Ihre Stellungen liegen entlang der sogenannten Blauen Linie, die als faktische Grenze zwischen beiden Seiten gilt.
Konflikt spitzt sich weiter zu
Internationale Medien berichten von einer deutlich verschärften Sicherheitslage im Grenzgebiet. Im Zuge der regionalen Spannungen hat sich auch die Gewalt zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon wieder intensiviert.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat das Militär angewiesen, die Einsätze im Südlibanon auszuweiten. Ziel sei es, den Norden Israels vor Angriffen der Hisbollah zu schützen und Bedrohungen von der Grenze fernzuhalten, sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters. Konkret geht es um eine Ausdehnung der sogenannten Sicherheitszone.
Bereits zuvor hatte Verteidigungsminister Israel Katz angekündigt, israelische Streitkräfte würden die Kontrolle über das Gebiet bis zum Litani-Fluss übernehmen. Der Fluss liegt rund 30 Kilometer nördlich der israelischen Grenze. Ob die jüngste Anordnung darüber hinausgeht, ist bislang unklar.
Mit dem Vorrücken israelischer Einheiten verschärft sich die Lage auch für internationale Kräfte vor Ort. Immer wieder geraten UN-Soldaten zwischen die Fronten. Ihre Stellungen liegen in unmittelbarer Nähe der Kampfgebiete entlang der sogenannten Blauen Linie.
Die Vereinten Nationen warnten, die „menschlichen Kosten“ des Konflikts seien bereits jetzt zu hoch. Die Gewalt müsse beendet werden.


