Wikileaks

Julian Assange: Wikileaks-Gründer trifft vor erstem öffentlichen Auftritt in Frankreich ein

Julian Assange will sich am Dienstag erstmals seit seiner Inhaftierung öffentlich zu seinem Fall äußern. Wikileaks veröffentlichte ein Video von seiner Ankunft in Frankreich.

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange nach seiner Freilassung und der Landung in Canberra
Der Wikileaks-Gründer Julian Assange nach seiner Freilassung und der Landung in CanberraLukas Coch/dpa

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange ist in Frankreich eingetroffen, wo er am Dienstag voraussichtlich zum ersten Mal seit seiner Entlassung aus einem britischen Gefängnis öffentlich sprechen wird. Ein von Wikileaks veröffentlichtes Video zeigt ihn zusammen mit seiner Frau Stella Assange und ihren Kindern, wie sie am Flughafen vom Chefredakteur der Plattform, Kristinn Hrafnsson, begrüßt werden.

Assange wird am Dienstag vor dem Europarat in Straßburg erscheinen und dort vor dem Ausschuss für Recht und Menschenrechte, der sich mit dem Fall beschäftigt hatte, aussagen. „Julian Assange befindet sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis immer noch im Genesungsprozess“, gab Wikileaks an. „Aufgrund des außergewöhnlichen Charakters der Einladung“ werde der Gründer der Organisation persönlich an der Sitzung teilnehmen. Es handele sich um „Assanges erste offizielle Aussage zu seinem Fall seit der Zeit vor seiner Inhaftierung im Jahr 2019“, erklärte Wikileaks weiter.

Die Parlamentarische Versammlung des Europarats befasst sich laut Sitzungskalender am 2. Oktober mit Assanges Fall. Dem Europarat gehören seit dem Ausschluss Russlands 46 Länder an. Die Organisation ist nicht mit der EU verbunden.

Wie kam es zu Assanges Freilassung?

Assange wurde in den USA beschuldigt, ab 2010 rund 700.000 vertrauliche Dokumente über militärische und diplomatische Aktivitäten der USA veröffentlicht zu haben. Die Papiere enthielten brisante Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan, unter anderem über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen durch amerikanische Militärangehörige.

Der Wikileaks-Gründer war Ende Juni nach insgesamt zwölf Jahren Botschaftsasyl und Gefängnis in Großbritannien in sein Heimatland Australien zurückgekehrt. Der Australier hatte sich im Rahmen einer Vereinbarung mit der Justiz der Vereinigten Staaten der Verschwörung zur Weitergabe von Informationen zur nationalen Verteidigung schuldig bekannt. Er wurde deswegen formell zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten verurteilt. Diese Strafe war durch seine gut fünfjährige Haftzeit im britischen Belmarsh-Gefängnis bereits verbüßt. Vor seiner Haft hatte Assange sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London Asyl gefunden.