Der Wikileaks-Gründer Julian Assange ist in Frankreich eingetroffen, wo er am Dienstag voraussichtlich zum ersten Mal seit seiner Entlassung aus einem britischen Gefängnis öffentlich sprechen wird. Ein von Wikileaks veröffentlichtes Video zeigt ihn zusammen mit seiner Frau Stella Assange und ihren Kindern, wie sie am Flughafen vom Chefredakteur der Plattform, Kristinn Hrafnsson, begrüßt werden.
Julian Assange arrives in France to give evidence to the Parliamentary Assembly of the Council of Europe (PACE) on October 1 in Strasbourg. pic.twitter.com/jOLv8ZhuCl
— WikiLeaks (@wikileaks) September 30, 2024
Assange wird am Dienstag vor dem Europarat in Straßburg erscheinen und dort vor dem Ausschuss für Recht und Menschenrechte, der sich mit dem Fall beschäftigt hatte, aussagen. „Julian Assange befindet sich nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis immer noch im Genesungsprozess“, gab Wikileaks an. „Aufgrund des außergewöhnlichen Charakters der Einladung“ werde der Gründer der Organisation persönlich an der Sitzung teilnehmen. Es handele sich um „Assanges erste offizielle Aussage zu seinem Fall seit der Zeit vor seiner Inhaftierung im Jahr 2019“, erklärte Wikileaks weiter.
Die Parlamentarische Versammlung des Europarats befasst sich laut Sitzungskalender am 2. Oktober mit Assanges Fall. Dem Europarat gehören seit dem Ausschluss Russlands 46 Länder an. Die Organisation ist nicht mit der EU verbunden.
Wie kam es zu Assanges Freilassung?
Assange wurde in den USA beschuldigt, ab 2010 rund 700.000 vertrauliche Dokumente über militärische und diplomatische Aktivitäten der USA veröffentlicht zu haben. Die Papiere enthielten brisante Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan, unter anderem über die Tötung von Zivilisten und die Misshandlung von Gefangenen durch amerikanische Militärangehörige.

