Wahlniederlage

„Vielleicht inzwischen falsch in meinem Land“: Ex-AfD-Chef Meuthen zieht sich aus Politik zurück

Von 2015 bis 2022 war Jörg Meuthen einer der AfD-Parteivorsitzenden. Dann brach er mit der Partei. Jetzt verkündet er seinen endgültigen Rückzug.

Jörg Meuthen war von 2015 bis 2022 einer der Bundessprecher der AfD.
Jörg Meuthen war von 2015 bis 2022 einer der Bundessprecher der AfD.Christoph Soeder/dpa

Der frühere Bundessprecher der AfD, Jörg Meuthen, hat offenbar seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. Wie die Bild-Zeitung berichtete, ist der Grund dafür die Landtagswahl in Baden-Württemberg am vergangenen Sonntag.

Meuthen war von 2015 bis zu seinem Austritt aus der Partei im Jahr 2022 war er einer von zwei Bundessprechern der AfD. Anschließend trat der in die Werteunion ein.

AfD erlangte Wahlerfolg in Baden-Württemberg

Die Werteunion kam bei der Landtagswahl nur auf 0,2 Prozent der Stimmen. Gegenüber der Bild-Zeitung sagte Meuthen: „Dieses Wahlergebnis war eine wirklich heftige Enttäuschung.“ Aus der aktiven Politik wolle er sich jetzt zurückziehen. „Ich gebe alle Parteifunktionen auf, bleibe nur einfaches Parteimitglied. Ich bin bereits als Vize-Landesvorsitzender zurückgetreten.“ Weiter sagte er: „Ich bin mit meiner tief freiheitlichen Überzeugung vielleicht inzwischen falsch in meinem Land. Das muss ich als Demokrat respektieren. Es gibt glücklicherweise auch ein Leben außerhalb der Politik.“

Die AfD wurde bei der Landtagswahl mit 18,8 Prozent drittstärkste Kraft in Baden-Württemberg. Die Partei konnte ihr Ergebnis von der Wahl 2021 fast verdoppeln und gewann 9,1 Prozentpunkte hinzu.

Seine Mandatsniederlegung und den Austritt aus der AfD begründete er damit, dass er den Machtkampf mit dem formal aufgelösten rechtsextremen Flügel um die Ausrichtung der AfD verloren habe.

Meuthen kritisierte damals, die AfD habe sich weit nach rechts entwickelt und stehe in weiten Teilen nicht länger auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Im September 2024 trat er der Werteunion bei und gehört zu deren stellvertretenden Vorsitzenden. Die Werteunion beanspruchte für sich, den „konservativen Markenkern“ der CDU und CSU zu vertreten, gehörte jedoch nicht zur Union. Durch den Übertritt des ehemaligen AfD-Abgeordneten Dirk Spaniel war die Werteunion zeitweise im 20. Deutschen Bundestag vertreten.