Die Deutsche Bahn hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 2,3 Milliarden Euro eingefahren – rund 500 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Hauptursache sind massive Wertminderungen bei der Unternehmenstochter DB Fernverkehr in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Die Sparte rechnet wegen der anhaltenden Probleme bei der Schieneninfrastruktur mit deutlich niedrigeren Umsätzen in den kommenden Jahren. Da sich der Zustand des Netzes und damit auch die Pünktlichkeit nur langsam verbessern, belastet dies das Fernverkehrsgeschäft auf längere Sicht.
Zusätzlich fehlt dem Konzern mit dem Verkauf der Logistiktochter DB Schenker ein zentraler Gewinnbringer. Der Erlös aus dem Verkauf floss nahezu vollständig in den Schuldenabbau: Die Verbindlichkeiten sanken laut Bahn um knapp 12 Milliarden Euro auf nunmehr 20,7 Milliarden Euro.
Operativ erstmals seit Jahren wieder schwarze Zahlen
Trotz des hohen Nettoverlusts sieht Bahnchefin Evelyn Palla erste Anzeichen einer wirtschaftlichen Trendwende. Operativ – also vor Zinsen und Steuern (Ebit) – erzielte der Konzern einen Gewinn von 297 Millionen Euro und kehrte damit erstmals seit Jahren in die Gewinnzone zurück. Der Umsatz legte um rund drei Prozent auf 27 Milliarden Euro zu.
„Bei Umsatz und operativem Ergebnis hat die Bahn im vergangenen Jahr einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht", erklärte Palla. Gleichzeitig dämpfte sie allzu große Erwartungen: Zufriedenheit sei fehl am Platz. „Erst wenn wir wieder nachhaltig Jahresüberschüsse erwirtschaften und Investitionen aus eigener Kraft stemmen können, sind wir am Ziel", so die Konzernchefin.
Trotz hoher Unpünktlichkeit bleibt Nachfrage hoch
Im vergangenen Jahr waren nur gut 60 Prozent der Fernzüge pünktlich unterwegs. Dennoch ist die Nachfrage im Schienenverkehr weiter hoch. Der bundeseigene Konzern verzeichnete über alle Verkehrssparten hinweg im vergangenen Jahr rund 1,93 Milliarden Fahrgäste. Das waren 3,4 Prozent mehr als im Jahr davor und so viele wie seit Jahren nicht, wie die dpa berichtet.
Die Verkehrsleistung, also das Produkt aus beförderten Fahrgästen und zurückgelegter Strecke, stieg im Vorjahresvergleich um 2,7 Prozent auf 87 Milliarden Personenkilometer.


