Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für Deutschland mit einem höheren Wirtschaftswachstum als zuletzt prognostiziert. Für das laufende Jahr erwarten die Washingtoner Experten ein Plus von 1,1 Prozent und liegen damit über früheren Einschätzungen aus Deutschland. Zugleich bleibt der IWF vorsichtiger als die Bundesregierung, die mit 1,3 Prozent rechnet.
Für das Jahr 2027 bleiben die Aussichten stabil. Der IWF bleibt bei seiner Prognose eines Wachstums der Wirtschaft von 1,5 Prozent. Damit dürfte Deutschland in etwa so schnell zulegen wie die Eurozone insgesamt.
Staatliche Ausgaben stützen die deutsche Konjunktur
Haupttreiber der besseren Perspektiven sind milliardenschwere öffentliche Ausgaben. Nach Einschätzung des IWF sorgen Investitionen und höhere Staatsausgaben kurzfristig für Auftrieb und dürften die dämpfenden Effekte neuer US-Zölle weitgehend kompensieren. Auch verzögerte Wirkungen der geldpolitischen Lockerung könnten sowohl den privaten Konsum als auch Investitionen stützen.
Im internationalen Vergleich hebt der IWF zudem hervor, dass Deutschland nicht mehr Schlusslicht unter den großen Industrienationen ist. Das Wachstum liegt über dem von Japan und Italien und etwa auf dem Niveau Frankreichs.
Investitionen in KI treiben Weltwirtschaft an
Für die Weltwirtschaft zeigt sich der IWF insgesamt optimistisch. Das globale Wachstum soll bei 3,3 Prozent liegen. Wesentlicher Treiber sind die Investitionen in Künstliche Intelligenz. Der Technologieschub habe die unmittelbaren Folgen früherer Zollverwerfungen abgefedert, heißt es.
Gleichzeitig warnt der Fonds vor Risiken. Die starke Konzentration der Investitionen im Technologiesektor erhöhe die Gefahr einer Blasenbildung. Zwar seien Bewertungen und Preise aus Sicht des IWF noch weit von den Niveaus der Dotcom-Blase entfernt, doch eine Neubewertung könnte die Finanzmärkte belasten.
Insgesamt bleibt die Weltwirtschaft stabil. Die negativen Effekte von Handelskriegen dürften sich jedoch erst allmählich zeigen und könnten das Wachstum mittelfristig dämpfen. (mit dpa und AFP)


