Bei zwei koordinierten Angriffen auf Militärbasen im Bundesstaat Borno im Nordosten Nigerias haben mutmaßliche Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat Westafrika“ (ISWAP) am Dienstagabend mindestens 20 Menschen getötet, darunter 14 Soldaten. Über 100 Zivilisten wurden verschleppt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Sicherheitskreise.
Die Angreifer griffen den Armeestützpunkt in der Ortschaft Ngoshe im Bezirk Gwoza an. Neun Soldaten und der örtliche Imam starben, wie Reuters erfuhr. Die Kämpfer erbeuteten Waffen und Munition und verschleppten Frauen. Zeitgleich griffen Militante den Stützpunkt im nördlich gelegenen Pulka an und töteten dort fünf Soldaten, darunter den kommandierenden Offizier.
Lokale Quellen berichten von niedergebranntem Dorf
Der Anwohner Bello Ngoshe sagte der nigerianischen Zeitung BusinessDay: „Ngoshe ist menschenleer. Sie haben das Dorf vollständig niedergebrannt.“ Etwa acht Zivilisten seien ebenfalls getötet worden. Tausende Menschen, vor allem Frauen und Kinder, hätten in der Nachbargemeinde Pulka Zuflucht gesucht.
Senator Ali Ndume, Vertreter des Wahlkreises Borno-Süd, bestätigte den Angriff laut BusinessDay am Donnerstag. Er beklagte, dass der Armee im gesamten Nordosten Kampfhubschrauber fehlten. Ndume forderte sofortige humanitäre Hilfe sowie eine Großoffensive in den Sambisa-Wäldern und Mandara-Bergen.
Die nigerianische Armee äußerte sich laut Reuters auf Anfrage nicht. Borno bleibt das Zentrum eines seit 17 Jahren andauernden islamistischen Aufstands, der nach Angaben von Hilfsorganisationen Tausende Menschenleben forderte und zwei Millionen Menschen vertrieb.


