Nahost

Iran meldet: Geheimdienstchef der Revolutionsgarden getötet – Israel bestätigt Angriff

Die iranischen Revolutionsgarden sprechen von einem gezielten Schlag durch die USA und Israel. In Teheran wurden zudem Universitätsgebäude getroffen.

Majid Khademi, Geheimdienstchef der Revolutionsgarden, wurde laut iranischen Angaben bei einem Angriff getötet.
Majid Khademi, Geheimdienstchef der Revolutionsgarden, wurde laut iranischen Angaben bei einem Angriff getötet.IMAGO/Iranian Supreme Leader'S Office

Die iranischen Revolutionsgarden haben den Tod ihres Geheimdienstchefs bei einem Angriff gemeldet. Wie die Eliteeinheit am Montag erklärte, sei Generalmajor Majid Khademi bei einem gemeinsamen Luftschlag der USA und Israels „im Morgengrauen“ getötet worden. Die Revolutionsgarden sprachen von einem „verbrecherischen Terroranschlag des amerikanisch-zionistischen Feindes“.

Nach Angaben der Revolutionsgarden traf der Angriff eine Einrichtung des Geheimdienstes. Weitere Details zu Ort und Zeitpunkt wurden zunächst nicht genannt. Auch zur Zahl möglicher weiterer Opfer machte die Organisation keine Angaben. Eine unabhängige Bestätigung der Darstellung liegt bislang nicht vor.

Kurze Zeit später bestätigte das israelische Militär die Tötung des Geheimdienstchefs der Revolutionsgarden. Auf der Plattform X erklärte die Armee, Khademi sei „eliminiert“ worden. Chadami habe zu den ranghöchsten Kommandeuren der Revolutionsgarden gehört und über langjährige Erfahrung verfügt. Zudem habe er daran gearbeitet, Angriffe im Ausland voranzutreiben, und sei für die Überwachung der iranischen Bevölkerung im Zuge der Niederschlagung von Protesten verantwortlich gewesen, so die israelische Armee weiter.

Khademi hatte Mohammad Kazemi abgelöst, der ebenfalls bei einem israelischen Angriff am 15. Juni 2025 während des zwölftägigen Iran-Israel-Krieges getötet wurde.

Serie von Schlägen gegen Irans Führung

Die Revolutionsgarden sind eine zentrale Machtstruktur im Iran und verfügen über eigene Streitkräfte sowie einen umfangreichen Geheimdienstapparat. Sie gelten als Hardliner und spielen eine Schlüsselrolle im Konflikt mit den USA und Israel.

Die jüngsten Angriffe fügen sich in eine Serie von Schlägen gegen die iranische Führung ein. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Dabei wurde auch der oberste Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, getötet. Mit ihm starben zahlreiche weitere hochrangige Militärs und Sicherheitsvertreter.

In den Wochen danach trafen die Angriffe wiederholt die Spitze des iranischen Machtapparats: Geheimdienstminister Esmaeil Khatib kam Mitte März ums Leben, ebenso der Chef des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, sowie der Basidsch-Kommandeur Gholamreza Soleimani. Auch mehrere führende Militärs, darunter der Generalstabschef Abdolrahim Mousavi und Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, wurden bei Angriffen getötet. Die Angriffe richteten sich damit wiederholt gegen zentrale Machtstrukturen in Teheran.

Angriffe auf Teheran – Berichte über zivile Opfer

Parallel dazu meldeten iranische Medien weitere Angriffe im Raum Teheran. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna wurden in den Bezirken Schahriar und Baharestan mindestens 19 Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Ziel sei unter anderem ein Wohngebiet südwestlich der Hauptstadt gewesen. Zwei dreistöckige Gebäude seien vollständig zerstört worden.

Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, unter den Opfern seien auch sechs Kinder, darunter drei Mädchen und drei Jungen unter zehn Jahren.

Zudem wurde die Sharif University of Technology in Teheran getroffen. Nach Angaben des Senders BBC Persian wurden Teile des Technologiezentrums sowie eine Moschee auf dem Campus beschädigt. In einigen Teilen der Stadt kam es zu einem Gasausfall.

Irans erster Vizepräsident Mohammad Reza Aref reagierte mit scharfer Kritik auf die Angriffe. Diese seien ein „Symbol von Trumps Wahnsinn und Ignoranz“, sagte er laut BBC. Der US-Präsident verstehe nicht, dass sich Irans wissenschaftliche Stärke nicht zerstören lasse. „Diese Festung wird nicht zusammenbrechen“, erklärte Aref weiter.

Seit Beginn des Kriegs wurden nach BBC-Angaben mehrere Universitäten im Iran Ziel von Angriffen, darunter auch die Technische Universität Teheran und die Shahid-Beheshti-Universität.