Iran-Krieg

Fünfter Tag in Folge: Preis für Diesel erreicht neues Rekordhoch

Trotz Maßnahmen der Bundesregierung gegen den Anstieg der Spritpreise ist Diesel in Deutschland so teuer wie nie. Der Trend setzt sich auch an den Ostertagen fort.

Der Preis für Diesel hat sich erneut erhöht.
Der Preis für Diesel hat sich erneut erhöht.Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der Preis für Diesel hat den fünften Tag in Folge ein Rekordhoch erreicht. Wie der ADAC mitteilte, lag der Durchschnittspreis für einen Liter Diesel am Samstag bei 2,425 Euro – mehr als zehn Cent über dem bisherigen Rekord. Super E10 kostete im Schnitt 2,184 Euro pro Liter und nähert sich damit dem Allzeithoch aus dem Jahr 2022 auf weniger als zwei Cent.

Am Ostersonntag stiegen die Preise weiter an: Um die Mittagszeit verteuerte sich Super E10 um 7,1 Cent auf 2,239 Euro je Liter, Diesel stieg um 7,3 Cent auf 2,488 Euro.

Am Mittwoch stieg der Preis für Diesel erstmals auf ein Rekordhoch. Am zweiten April kostete ein Liter 2,327 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent.

Steigende Spritpreise: Druck auf Wirtschaftsministerin wächst

Angesichts der Rekordpreise wächst der politische Druck auf die Bundesregierung. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) schloss sowohl einen staatlichen Steuernachlass an der Zapfsäule als auch ein Tempolimit aus. Stattdessen brachte die Ministerin eine temporäre Anhebung der Pendlerpauschale und eine Senkung der Stromsteuer für Privathaushalte ins Spiel. Die Pendlerpauschale komme „zielgenau jenen zugute, die auf ihr Fahrzeug angewiesen seien", so Reiche.

Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) sieht angesichts der angespannten Haushaltslage kaum Spielräume für Entlastungen, plädiert aber für eine Übergewinnsteuer auf die Gewinne der Ölkonzerne sowie einen staatlichen Preisdeckel für Kraftstoff. SPD-Verbraucherschutzministerin Hubig stellte sich in der Rheinischen Post ebenfalls hinter einen Preisdeckel: „Mobilität müsse auch in angespannten Zeiten verlässlich und bezahlbar bleiben." Beide SPD-Positionen stoßen bei der Union auf Widerstand.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG. Ihr Vorsitzender Martin Burkert forderte gegenüber der Bild-Zeitung einen befristeten Rabatt von 30 Prozent auf das derzeit 63 Euro teure Deutschlandticket sowie Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50 Prozent. „Anstatt sich von den Öl-Konzernen an der Nase herumführen zu lassen, muss die Politik neben einer Übergewinnsteuer das Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen", sagte Burkert. Der Rabatt würde die rund 14 Millionen Ticket-Inhaber um knapp 20 Euro im Monat entlasten. (mit dpa)