Angriffsdrohung

Iran kündigt Angriffe auf Öl- und Gasanlagen im Golf „in den kommenden Stunden“ an

Der Iran droht mit neuen Angriffen auf Energieanlagen am Golf. Die Revolutionsgarden nennen konkrete Ziele und rufen zur Evakuierung auf.

Eine Straße führt zur Industriestadt Jubail in Saudi-Arabien
Eine Straße führt zur Industriestadt Jubail in Saudi-ArabienBarry Iverson Photography/imago

Die Islamische Revolutionsgarde des Iran hat am Mittwoch Evakuierungswarnungen für mehrere Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar ausgesprochen. Das berichteten iranische Staatsmedien, darunter die Nachrichtenagentur Tasnim.

In einer Stellungnahme erklärte die Revolutionsgarde, die genannten Anlagen seien „zu direkten und legitimen Zielen geworden“ und würden „in den kommenden Stunden angegriffen“. Alle Bürger, Anwohner und Mitarbeiter wurden aufgefordert, die betroffenen Gebiete „unverzüglich zu verlassen“ und sich in sichere Entfernung zu begeben.

Revolutionsgarde nennt konkrete Ziele

Die Revolutionsgarden nannten konkrete Einrichtungen als mögliche Ziele: die Samref-Raffinerie und den Jubail-Petrochemiekomplex in Saudi-Arabien, das Al-Hosn-Gasfeld in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie den den Mesaieed-Petrochemiekomplex, die Mesaieed Holding Company und die Ras-Laffan-Raffinerie in Katar.

Die Revolutionsgarde, eine militärische Eliteeinheit, die direkt dem obersten Führer des Iran unterstellt ist, richtete sich in ihrer Erklärung auch an die Regierungen der drei Golfstaaten. An deren „Herrscher“ seien zuvor „ausdrückliche und wiederholte Warnungen“ ergangen, „diesen gefährlichen Weg nicht einzuschlagen und nicht mit dem Schicksal ihrer Nationen zu spielen“.

Iran meldete Angriff auf Anlagen an Gasfeld

Die Drohung ähnelte einem AP-Bericht zufolge anderen Angriffswarnungen, die der Iran während des Krieges herausgegeben hatte. Die Aufforderung zur Evakuierung wurde demnach veröffentlicht, nachdem iranische Staatsmedien am Mittwoch berichteten, Anlagen im Zusammenhang mit dem riesigen Gasfeld South Pars seien angegriffen worden.

Der Iran teilt sich das Offshore-Feld im Persischen Golf mit Katar. Ein Sprecher des katarischen Außenministeriums, Majed al-Ansari,  beschuldigte Israel, für den Angriff verantwortlich zu sein. Der Angriff sei ein „gefährlicher und unverantwortlicher Schritt angesichts der aktuellen militärischen Eskalation in der Region“, erklärte er auf X.