Soziale Medien

Teenager-Konto bei Instagram: Wie Eltern online ihre Kinder kontrollieren können

Dem Facebook-Konzern Meta wurde vorgeworfen, nicht genug zum Schutz von Minderjährigen zu tun. Auf Instagram erhalten Eltern nun mehr Macht und Kontrolle über das Nutzungsverhalten ihrer Kinder.

Auf Instagram sollen Minderjährige mit einem „Teen-Account“ besser geschützt werden.
Auf Instagram sollen Minderjährige mit einem „Teen-Account“ besser geschützt werden.Fabian Sommer/dpa

Nach viel Kritik will der Social-Media-Konzern Meta Minderjährige vor sensiblen Inhalten und ungewollten Kontaktanfragen schützen. Deshalb führt die Plattform nun sogenannte Teenager-Konten auf Instagram ein, um Eltern eine bessere Kontrolle über die Aktivitäten ihrer Kinder zu ermöglichen - einschließlich der Möglichkeit, sie nachts von der Nutzung der App auszuschließen. 

Nutzer im Alter unter 16 Jahren werden den Schutz nur mit Zustimmung ihrer Eltern lockern können. Zudem will der Mutterkonzern Meta unter anderem mit Hilfe Künstlicher Intelligenz besser erkennen, wenn Teenager ein falsches Alter angeben.

Schutz auf Instagram: Zeitlimits für die Nutzung der App

Zu den radikalen Änderungen im Rahmen der Einstellung für Teenager-Konten gehört, dass Eltern die Möglichkeit haben, tägliche Zeitlimits für die Nutzung der App festzulegen. Sobald ein unter 16-Jähriger versucht, seine Einstellungen zu ändern, können Erwachsene mit der elterlichen Überwachungsfunktion neue Zeitlimits festlegen, den Zugang nachts sperren und sehen, mit wem ihr Kind Nachrichten austauscht. Sie können demnach genau überprüfen, mit wem ihr Kind in den vergangenen sieben Tagen gechattet hat. Den Inhalt der Nachrichten können sie dabei nicht sehen.

Für Jugendliche, die sich bei Instagram anmelden, gelten bereits standardmäßig die strengsten Datenschutzeinstellungen. Dazu gehört, dass Erwachsene keine Nachrichten an Teenager senden dürfen, die ihnen nicht folgen, und dass Benachrichtigungen nachts stumm geschaltet werden.

Mit der neuen Funktion „Teen-Account“ benötigen Nutzer unter 16 Jahren nun die Erlaubnis ihrer Eltern, um diese Einstellungen zu ändern. 16- bis 18-Jährige, für die die neuen Funktionen standardmäßig aktiviert sind, können das selbst machen.

Nutzer in den USA, Großbritannien, Australien und Kanada haben bereits eine Mitteilung dazu bekommen. Bis zum Jahresende sollen die Konten auch in der EU integriert werden. Und schon 2025 werden die Teen-Konten für weitere Meta-Plattformen eingeführt.

„Wir denken, dass das die richtige Balance zwischen den Rechten der Teenager und der Eltern sowie der Rolle von Social-Media-Unternehmen wie unserem ist“, sagte Meta-Politikchef Nick Clegg. Die neuen Einschränkungen könnten dazu führen, dass Teenager Instagram weniger nutzen, räumte er ein. Man hoffe aber auf mehr Vertrauen der Eltern in die Vorkehrungen zur Sicherheit ihrer Kinder.

Instagram-Nachtruhe

Zu den Schutzmechanismen, die bis zum Alter von 16 Jahren nicht ohne die Eltern geändert werden können, gehören:
  • Ein Nachtmodus: Zwischen 22.00 und 7.00 Uhr werden Benachrichtigungen stummgeschaltet und automatische Antworten auf Direktnachrichten verschickt.
  • Ein Zeitlimit: Benachrichtigungen fordern Teenager auf, die App nach 60 Minuten Nutzung pro Tag zu verlassen.
  • Private Konten: Teenager müssen neue Follower erst akzeptieren, damit die ihre Beiträge sehen können.
  • Sogenannte „sensible Inhalte“ wie kosmetische Eingriffe oder Gewalt werden eingeschränkt.
  • Beleidigende Wörter und Ausdrücke werden aus den Kommentaren herausgefiltert.

Künstliche Intelligenz sucht Teens, die sich für Erwachsene ausgeben

Die KI-Systeme, die nach falschen Altersangaben suchen, werden unter anderem Profil-Informationen sowie die Interaktionen mit Beiträgen und anderen Accounts auswerten. Daraus könne man abschätzen, ob sich Teenager vielleicht für Erwachsene ausgeben. Die so aufgespürten Nutzer werden ebenfalls in Teen-Konten verlagert - mit der Option, die Einschränkungen loszuwerden, für den Fall, dass die Software sich irrte.

Meta wolle mit dem Vorstoß auch eine Debatte über einfach nutzbare Kontrollmechanismen für Eltern über Apps verschiedener Anbieter hinweg voranbringen, sagte Clegg. Dem Unternehmen wird - wie auch anderen Online-Diensten - immer wieder vorgeworfen, nicht genug für den Schutz junger Nutzer auf den Plattformen zu unternehmen.