Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat eine Entscheidung getroffen, die Spielern von nicht lizenzierten Online-Glücksspielanbietern in Deutschland die Möglichkeit eröffnet, ihre verlorenen Einsätze zurückzufordern. Betroffen sind Anbieter, die ohne gültige deutsche Glücksspiellizenz operieren – etwa solche, die lediglich über eine maltesische Erlaubnis verfügen und ihre Dienste dennoch auf dem deutschen Markt anbieten.
Alexander Wahl vom Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ) rät Betroffenen, zunächst eine vollständige Übersicht aller Verluste zusammenzustellen, die bei illegalem Glücksspiel entstanden sind. Danach sollte der jeweilige Anbieter direkt kontaktiert und zur Rückzahlung aufgefordert werden. Eine entscheidende Voraussetzung: Die Spieler dürfen zum Zeitpunkt der Teilnahme nicht gewusst haben, dass es sich um ein unerlaubtes Angebot handelte.
In der Praxis gestaltet sich die Durchsetzung der Ansprüche allerdings schwierig. „In den allermeisten Fällen lehnen die Anbieter eine außergerichtliche Erstattung ab“, erklärte Wahl. Betroffene müssten sich daher in der Regel an spezialisierte Anwälte wenden, um ihre Forderungen gerichtlich durchzusetzen.
So lassen sich illegale Anbieter erkennen
Um festzustellen, ob ein Glücksspielanbieter in Deutschland überhaupt zugelassen ist, können Verbraucher die sogenannte Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) konsultieren. Diese Liste führt sämtliche in Deutschland erlaubten Anbieter auf – wer dort nicht verzeichnet ist, betreibt illegales Glücksspiel.
Darüber hinaus gibt es weitere Warnsignale: Ein fehlender Hinweis auf eine deutsche Erlaubnis auf der Webseite, ein unvollständiges oder gänzlich fehlendes Impressum, keine Angaben zu Sitz und Betreiber sowie die Verwendung ausländischer Domains oder ungewöhnlicher Endungen wie .cc, .net, .bz, .io oder .casino können auf ein illegales Angebot hindeuten.


