Iran-Krieg

Bericht: Europa schickt mehr Benzin nach Asien – höhere Profite

Der Iran-Krieg sorgt auch in Asien für steigende Kraftstoffpreise. Europäische Händler reagieren und schicken einem Bericht zufolge Benzinlieferungen in die Region.

Eine Tankstelle in Südkorea Mitte März
Eine Tankstelle in Südkorea Mitte MärzLee Jin-man/AP/dpa

Europäische und US-amerikanische Benzinlieferungen werden offenbar verstärkt nach Asien gelenkt. Demnach wurden mindestens drei Benzinlieferungen mit einem Umfang von rund 1,6 Millionen Barrel in der vergangenen Woche von Europa nach Asien verschifft, wie Reuters unter Berufung auf Handelsquellen und Schifffahrtsdaten des Datenanalyse-Unternehmens Kpler berichtet.

Normalerweise exportiert Europa nur kleine Mengen in Märkte östlich des Suez-Kanals, darunter Asien, hieß es. Wichtiger seien Abnehmer in den USA, Südamerika und Westafrika. Unternehmen könnten in Asien aktuell jedoch von höheren Gewinnmargen profitieren. Bereits Anfang März hatte der Energiekonzern Exxon Mobil Reuters zufolge Benzinlieferungen von den USA nach Australien gebucht.

Kraftstoffexporte asiatischer Länder sinken

Durch den Iran-Krieg sind Rohöl-Lieferungen durch die Straße von Hormus, eine wichtige Handelsroute, stark eingeschränkt. Als Folge mussten asiatische Raffinerien ihre Produktion drosseln, was zu steigenden Kraftstoffpreisen führt. Die Gewinnspanne asiatischer Raffinerien bei der Benzinherstellung kletterte laut Reuters in der vergangenen Woche auf rund 37 US-Dollar pro Barrel, nahe den Höchstwerten aus dem Jahr 2022.

Das Benzinangebot in Asien wird voraussichtlich abnehmen. Die Exporte Südkoreas könnten im März auf fünf bis sechs Millionen Barrel sinken, während der Dreimonatsdurchschnitt bei rund zehn Millionen Barrel lag, berichtete Reuters unter Berufung auf vorläufige Daten von Kpler und LSEG. Das Land ist einer der größten Kraftstoffexporteure der Region.

Der stellvertretende Industrieminister Südkoreas, Moon Shin-hak, erklärte laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap in einem Radiointerview am Freitag, dass die Regierung Exportbeschränkungen für Ölprodukte in Betracht ziehen müsse, sollte sich die Versorgung verschlechtern. Er sagte weiter, dass normalerweise die Hälfte der Ölimporte des Landes auf dem Markt verteilt und die andere Hälfte verarbeitet und in andere Länder exportiert werde.

China begrenzt Erhöhung von Kraftstoffpreisen

Thailand und Vietnam haben ihre Kraftstoffexporte laut Reuters ebenfalls eingeschränkt, während China sie vollständig ausgesetzt hat. China ergriff am Montag angesichts steigender Kraftstoffpreise zusätzliche Maßnahmen. Die Höchstpreise für Benzin und Diesel wurden demnach zwar angehoben, die Erhöhung fiel jedoch etwa um die Hälfte geringer aus als vom Preismechanismus der Regierung vorgesehen.

Einige Händler hegen Reuters zufolge die Hoffnung, dass Indien einige Exporte, die sonst in den Nahen Osten gehen, nach Asien umleiten könnte – allerdings seien auch die indischen Benzinexporte im März deutlich zurückgegangen.