Olympische Winterspiele

Helm-Streit bei Olympia: Ukrainischer Skeleton-Fahrer ausgeschlossen

Bereits zuvor gab es Streit um den Helm des ukrainischen Sportlers Wladyslaw Heraskewytsch. Nun wurde er bei den Olympischen Spielen disqualifiziert.

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch
Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw HeraskewytschRobert Michael/dpa

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch darf nicht am olympischen Wettkampf in Cortina d’Ampezzo teilnehmen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Weltverband IBSF gaben den Ausschluss des WM-Vierten bekannt, nachdem dieser darauf beharrt hatte, seinen sogenannten „Memory Helmet“ zu tragen.

Auf dem Helm sind Porträts ukrainischer Sportler abgebildet, die im Krieg durch russische Angriffe ums Leben kamen. Das IOC stuft dies als Verstoß gegen die Olympische Charta ein, die politische Meinungsäußerungen auf dem Wettkampfgelände untersagt. Heraskewytsch hatte den Helm bereits im Training getragen und angekündigt, auch im Wettkampf nicht darauf verzichten zu wollen.

Drei ukrainische Athleten von Helm-Verboten betroffen

Heraskewytsch ist nicht der einzige ukrainische Sportler, dem das IOC eine Botschaft auf dem Helm untersagte. Auch der Shorttrack-Läufer Oleh Handei durfte seinen Helm nicht tragen. Darauf stand ein Zitat der ukrainischen Dichterin Lina Kostenko: „Wo es Heldentum gibt, gibt es keine endgültige Niederlage.“ Das IOC wertete dies als politische Botschaft im Zusammenhang mit dem Krieg. „Es ist kein politischer Slogan, sondern inspirierende Worte für mich, mein Team und mein Land“, erklärte Handei gegenüber dem Fernsehsender Suspilne Sport.

Zuvor war bereits der Freestyle-Skifahrerin Kateryna Kotsar untersagt worden, einen Helm mit der Aufschrift „Be brave like Ukrainians“ zu tragen.

Vorwurf der Doppelmoral

Heraskewytsch warf dem IOC in sozialen Netzwerken Doppelmoral vor. Er verwies auf einen israelischen Skeleton-Sportler, der bei der Eröffnungsfeier eine Kippa mit Namen der 1972 beim Münchner Attentat getöteten israelischen Athleten und Trainer getragen habe. Heraskewytsch erklärte, er verstehe nicht, warum dieses Gedenken erlaubt sei, während sein Helm bei Wettkämpfen verboten werde. Das IOC hatte ihm stattdessen vorgeschlagen, eine schwarze Armbinde zu tragen.

In der Ukraine stoßen die Entscheidungen auf scharfe Kritik. Die Verbote werden dort als Einschränkung der Meinungsfreiheit und als Ungleichbehandlung wahrgenommen.