Olympische Winterspiele

Helm-Streit bei Olympia: Sportgericht bestätigt Ausschluss von Ukrainer

Auf Heraskewytschs Helm waren Porträts ukrainischer Sportler abgebildet, die im Ukraine-Krieg ums Leben kamen. Ein Verstoß gegen die Regeln, bestätigt der Internationale Sportgerichtshof.

Wladislaw Heraskewytsch (Ukraine) zeigt seinen Helm.
Wladislaw Heraskewytsch (Ukraine) zeigt seinen Helm.Robert Michael/dpa

Der Ausschluss des Ukrainers Wladislaw Heraskewytsch vom olympischen Skeleton-Rennen ist in einem Eilverfahren am Freitag bestätigt worden. Der Internationale Sportgerichtshof Cas wies den Einspruch des 27-Jährigen gegen die Entscheidung des Weltverbands IBSF zurück, der Heraskewytsch wegen seines vom IOC verbotenen Helms mit Bildern von im Krieg getöteten Sportkollegen disqualifiziert hatte.

Das IOC stufte den Helm als Verstoß gegen die Olympische Charta ein, die politische Meinungsäußerungen auf dem Wettkampfgelände untersagt. Heraskewytsch hatte den Helm bereits im Training getragen und angekündigt, auch im Wettkampf nicht darauf verzichten zu wollen.

Die Cas-Ad-hoc-Kammer entschied nun, dass die Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zur Meinungsäußerung von Athleten verhältnismäßig seien. Diese Richtlinien garantieren zwar grundsätzlich die Meinungsfreiheit für alle olympischen Teilnehmer, schränken diese jedoch während der Wettkämpfe auf dem Spielfeld ein.

Richterin: Fokus von Olympia sind sportliche Leistungen

Die Richterin erklärte laut der Cas-Mitteilung, sie habe volles Verständnis für Heraskevychs Gedenken und seinen Versuch, auf das Leid der ukrainischen Bevölkerung und ukrainischer Sportler aufmerksam zu machen. Dennoch sei sie an die bestehenden Regeln gebunden.

Ziel der Einschränkungen sei es, den Fokus der Olympischen Spiele auf sportliche Leistungen zu richten, so die Begründung. Alle Athleten hätten jahrelang auf ihren Auftritt bei Olympia hingearbeitet und verdienten ungeteilte Aufmerksamkeit für ihre sportlichen Erfolge.

Die Richterin verwies darauf, dass Athleten andere Möglichkeiten hätten, ihre Ansichten zu äußern – etwa bei Pressekonferenzen oder in sozialen Netzwerken. Der Athlet nahm dem Gericht zufolge gemeinsam mit seinem Vater persönlich an der Anhörung in Mailand teil.

Weitere ukrainische Athleten von Verboten betroffen

Heraskewytsch ist nicht der einzige ukrainische Sportler, dem das IOC eine Botschaft auf dem Helm untersagte. Auch der Shorttrack-Läufer Oleh Handei durfte seinen Helm nicht tragen. Darauf stand ein Zitat der ukrainischen Dichterin Lina Kostenko: „Wo es Heldentum gibt, gibt es keine endgültige Niederlage.“ Das IOC wertete dies als politische Botschaft im Zusammenhang mit dem Krieg. „Es ist kein politischer Slogan, sondern inspirierende Worte für mich, mein Team und mein Land“, erklärte Handei gegenüber dem Fernsehsender Suspilne Sport.

Zuvor war bereits der Freestyle-Skifahrerin Kateryna Kotsar untersagt worden, einen Helm mit der Aufschrift „Be brave like Ukrainians“ zu tragen.