Verteidigungsminister

Healey: Britisches Militär verfolgte wochenlang drei russische U-Boote im Nordatlantik

Großbritannien setzte nach Angaben des Verteidigungsministers Healey ein Kriegsschiff zur Überwachung russischer U-Boote ein. Zudem richtet er eine Warnung an Putin.

Der britische Verteidigungsminister John Healey
Der britische Verteidigungsminister John HealeyYui Mok/POOL/AFP

Großbritannien hat nach Angaben des Verteidigungsministers John Healey wochenlang mehrere russische U-Boote überwacht. Die U-Boote versuchten laut Healey, wichtige Unterwasserinfrastruktur im Nordatlantik zu erkunden, woraufhin ein britisches Kriegsschiff und ein Flugzeug zur Überwachung und Abschreckung eingesetzt wurden, wie der Guardian berichtet.

„Wir sehen Ihre Aktivitäten an unseren Kabeln und Pipelines, und Sie sollten wissen, dass jeder Versuch, diese zu beschädigen, nicht toleriert und schwerwiegende Konsequenzen haben wird“, sagte Healey dem Bericht zufolge an den russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet. Die russische Aktion habe stattgefunden, „während die Augen vieler auf den Nahen Osten gerichtet waren“, so Healey.

Einsatz dauerte laut Healey mehr als einen Monat

Die russischen U-Boote seien gemeinsam mit Norwegen und anderen Verbündeten „rund um die Uhr“ überwacht worden, sagte der Minister laut BBC. Inzwischen hätten sich die U-Boote zurückgezogen. Die britische Operation habe mehr als einen Monat gedauert und sei nun abgeschlossen. Eine Reaktion aus Russland auf die Aussagen lag zunächst nicht vor.

Laut Healey überwachte Großbritannien drei russische U-Boote. Dabei sei nach seiner Einschätzung ein atomgetriebenes U-Boot der Akula-Klasse mutmaßlich als Ablenkungsmanöver für zwei Boote der Hauptdirektion für Tiefseeforschung (Gugi) eingesetzt worden. Diese hätten Zeit über „kritischer Infrastruktur“ verbracht. Healey sagte laut BBC, es gebe bisher keine Beweise, dass Infrastruktur beschädigt worden sei.

Der Verteidigungsminister betonte die strategische Verwundbarkeit der Unterwasser-Infrastruktur: Pipelines auf dem Meeresboden lieferten die Hälfte des Gases, das britische Haushalte heizt, und 99 Prozent des internationalen Telekommunikations- und Datenverkehrs liefen über Unterseekabel, sagte Healey laut BBC.

Healey reagiert auf Trumps Äußerungen zur Nato

Er kündigte an, dass Großbritannien zusätzliche 100 Millionen Pfund in U-Boot-Jagdflugzeuge und das Programm „Atlantic Bastion“ investieren werde, das die Royal Navy durch neue Technologie umgestalten soll, um Untersee-Infrastruktur besser zu schützen. So solle eine „britische Hybrid-Seestreitmacht“ geschaffen werden.

Auf eine Frage nach kritischen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump über den Nato-Beitrag europäischer Länder sagte Healey laut Guardian, er wolle sich nicht zu Social-Media-Beiträgen äußern. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth habe ihm jedoch in persönlichen Gesprächen versichert, dass die USA vollständig zur Nato und deren Beistandsklausel stünden – zugleich aber erwarteten, dass europäische Nato-Staaten wie Großbritannien mehr Verantwortung übernähmen.