Der chinesische Online-Modehändler Shein steht erneut in der Kritik. Trotz einer Greenpeace-Studie vom November 2025, die bei 25 von 31 getesteten Kleidungsstücken eine Überschreitung gesetzlicher Grenzwerte für Chemikalien nachgewiesen hatte, verkauft der Konzern die beanstandete Ware offenbar weiter. Das geht aus einer erneuten Überprüfung durch die Umweltschutzorganisation hervor.
Greenpeace wirft dem Unternehmen vor, trotz öffentlicher Zusagen keinerlei Konsequenzen gezogen zu haben. „Sheins Dreistigkeit ist erschütternd. Vor dem EU-Parlament verspricht der Konzern, Verbraucherinnen und Verbraucher zu schützen – doch in Wahrheit verkauft Shein massiv belastete Produkte einfach weiter“, sagte Moritz Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft.
Demnach hatte Shein nach der Veröffentlichung der Testergebnisse zwar Besserung gelobt, die betroffenen Artikel jedoch nicht aus dem Sortiment genommen.
Belastungen bei mehr als 80 Prozent der Produkte
Die Ergebnisse der Greenpeace-Untersuchung sind eindeutig: Bei mehr als 80 Prozent der geprüften Kleidungsstücke lagen die gemessenen Chemikalienkonzentrationen über den in der EU zulässigen Grenzwerten. Die Diskrepanz zwischen den öffentlichen Aussagen des Unternehmens vor europäischen Institutionen und dem tatsächlichen Geschäftsgebaren nährt die Kritik an der Glaubwürdigkeit von Sheins Nachhaltigkeitsversprechen.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Debatte über die Regulierung von Ultra-Fast-Fashion-Anbietern in der Europäischen Union ein. Verbraucherschützer fordern seit Langem strengere Kontrollen und Sanktionen für Unternehmen, die gesundheitsgefährdende Produkte auf den europäischen Markt bringen.


