Japan

Granate explodiert in Panzer: Drei japanische Soldaten tot

Bei einer Schießübung auf einem Truppenübungsplatz im Süden Japans ist eine Panzergranate vorzeitig explodiert. Drei Soldaten kamen ums Leben.

Ein Fahrzeug erreicht das Übungsgelände Hoshino der Bodenselbstverteidigungskräfte in Kusu, Präfektur Oita.
Ein Fahrzeug erreicht das Übungsgelände Hoshino der Bodenselbstverteidigungskräfte in Kusu, Präfektur Oita.STR/JIJI Press/AFP

Bei einer Übung der japanischen Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte (GSDF) ist am Dienstagmorgen auf dem Truppenübungsplatz Hijudai in der Präfektur Oita im Südwesten Japans eine Panzergranate im Innern eines Geschützturms explodiert. Drei Soldaten starben, ein vierter wurde verletzt. Das teilte die GSDF laut der Nachrichtenagentur Kyodo News mit.

Wie Kyodo News unter Berufung auf die Streitkräfte berichtet, ereignete sich der Vorfall gegen 8.40 Uhr Ortszeit während einer Übung mit insgesamt drei Panzern. Die Granate detonierte demnach in einem Kampfpanzer vom Typ Type 10, bevor sie abgefeuert werden konnte. Die Ursache ist bislang unbekannt, ein Untersuchungsausschuss wurde eingesetzt.

Bei den Getöteten handelt es sich nach Angaben des GSDF-Generalstabschefs Masayoshi Arai gegenüber Kyodo News um drei Soldaten, die der im Camp Kusu in der Präfektur Oita stationierten Panzereinheit der Westarmee angehörten. Im Panzer befanden sich ein Kommandant, ein Richtschütze, ein für die Treffsicherheit zuständiger Sicherheitsoffizier sowie ein Fahrer. Der überlebende Fahrer sei nach Angaben der GSDF schwer verletzt, schreibt Kyodo News.

Type 10 ist Japans neuster Kampfpanzer

Laut der Nachrichtenagentur AP ordnete Arai an, sämtliche scharfen Schießübungen mit Type 10- und Type 90-Panzern auszusetzen, da beide Modelle dieselbe Munition verwenden. „Wir werden die Ursache zügig ermitteln, damit wir Vorbeugemaßnahmen ergreifen können“, zitiert AP den Generalstabschef. Der Type 10 ist nach AP-Angaben Japans neuester Kampfpanzer und wird seit 2011 eingesetzt.

Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi bezeichnete den Vorfall gegenüber Reportern im Parlamentsgebäude in Tokio laut Kyodo News als „äußerst bedauerlich“. Man bemühe sich, die Einzelheiten und die Ursache zu klären, und werde „gründliche Sicherheitsmaßnahmen“ durchsetzen. Der Truppenübungsplatz Hijudai erstreckt sich nach Angaben von Kyodo News über rund 5000 Hektar und wird von der GSDF für großangelegte Übungen genutzt.