Das US-Militär hat in den vergangenen Wochen die ukrainische Drohnenkontrollplattform „Sky Map“ auf dem Militärstützpunkt Prince Sultan in Saudi-Arabien eingeführt, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf fünf Quellen berichtet. Bei vergangenen Angriffen auf den Stützpunkt waren Flugzeuge und Gebäude zerstört und mindestens ein Soldat getötet worden.
Sky Map wird von der Ukraine eingesetzt, um Drohnen – darunter auch im Iran entwickelte Shahed-Modelle – zu erkennen und mit Abfangdrohnen zu bekämpfen. Ukrainische Militärs seien dem Bericht zufolge auf dem Stützpunkt eingetroffen, um US-Soldaten im Umgang mit dem System zu schulen, hieß es.
Stützpunkt wurde mehrmals angegriffen
Die Plattform bündelt Daten aus Radaren und Sensoren auf einer Übersicht mit Karten und Videofeeds. Hersteller ist das 2022 gegründete Unternehmen Sky Fortress, das dem Bericht zufolge mehr als 10.000 akustische Sensoren in der Ukraine verteilt hat, um russische Angriffe zu erkennen. Sky Fortress lehnte laut Reuters eine Stellungnahme ab. Auch das Büro Selenskyjs äußerte sich nicht.
Der Stützpunkt Prince Sultan liegt rund 640 Kilometer vom Iran entfernt und wurde seit Kriegsbeginn mehrfach mit Drohnen und Raketen angegriffen. Bei einem Angriff am 27. März wurden laut Reuters ein Aufklärungsflugzeug der US-Luftwaffe zerstört und mehrere KC-135-Tankflugzeuge bei einer weiteren Attacke beschädigt.
Laut einem Bericht des Senders CNN wurde zudem ein Zelt zerstört, in dem mutmaßlich Radartechnik des Raketenabwehrsystems THAAD untergebracht war.
Trump hatte ukrainische Hilfe zunächst abgelehnt
Selenskyj hatte nach eigenen Angaben bereits im März Drohnenexperten in mehrere Golfstaaten geschickt. In einem Interview mit der New York Times erklärte er, Experten seien auch nach Jordanien geschickt worden, um dort US-Stützpunkte gegen iranische Drohnenangriffe zu schützen.
US-Präsident Donald Trump lehnte die Hilfe der Ukraine Anfang März jedoch ab. „Wir brauchen deren Hilfe bei der Drohnenabwehr nicht“, sagte er in einem Interview mit Fox News. Das Weiße Haus, das Pentagon und das zuständige US-Zentralkommando Centcom lehnten gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab.
Das US-Militär prüft laut Reuters den Einsatz weiterer neuer Drohnentechnologien auf dem Stützpunkt. So seien etwa Abfangdrohnen vom Typ Merops des US-Unternehmens Project Eagle getestet worden, das vom früheren Google-Chef Eric Schmidt unterstützt wird.
Bei einem Test Anfang des Monats sei eine Merops-Drohne außer Kontrolle geraten und in einen Sanitärtrakt des Stützpunkts gestürzt, sagten zwei der Quellen laut Reuters. Ein Sprecher Schmidts wollte sich dem Bericht zufolge nicht dazu äußern.
Die Pentagon-Einheit für Drohnenabwehr habe im vergangenen Monat angekündigt, 350 Millionen Dollar für den Schutz vor Drohnen im Rahmen der Einsätze im Iran-Krieg bereitzustellen, berichtet Reuters weiter. „Es gibt kein Wundermittel, das jede Drohnenbedrohung stoppt“, sagte ein Sprecher der Einheit.

