Militär

Fronterfahrung: Bundeswehr bekommt Ausbilder aus der Ukraine

Deutschland und die Ukraine unterzeichnen ein Abkommen. Demnach sollen ukrainische Ausbilder ihre Fronterfahrung nun direkt in deutsche Truppenschulen bringen.

Die Bundeswehr holt ukrainische Ausbilder an deutsche Truppenschulen.
Die Bundeswehr holt ukrainische Ausbilder an deutsche Truppenschulen.Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Bundeswehr will künftig von den Gefechtserfahrungen ukrainischer Soldaten profitieren und setzt dafür auf einen direkten Wissenstransfer an den eigenen Truppenschulen. Bereits am vergangenen Freitag haben die Verteidigungsministerien Deutschlands und der Ukraine ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet, wie ein Sprecher des Heeres der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

„Es ist geplant, vor allem an den Truppenschulen des Heeres die Erfahrungen ukrainischer Soldatinnen und Soldaten in die Ausbildung im Heer einfließen zu lassen", erklärte der Sprecher. Zu weiteren Einzelheiten des Abkommens äußerte er sich nicht.

Hintergrund der Vereinbarung sind die tiefgreifenden Veränderungen in der modernen Kriegsführung, die sich im laufenden Konflikt in der Ukraine zeigen. Ukrainische Streitkräfte verfügen inzwischen über umfangreiche Praxiserfahrung im Einsatz und in der Abwehr von Drohnen sowie bei der schnellen Einbindung moderner Führungstechnologien – also digitaler Systeme zur Koordination und Steuerung von Truppen im Gefecht – direkt in kämpfenden Einheiten.

NATO-Übung im Baltikum offenbarte Überlegenheit ukrainischer Drohnentaktik

Wie groß der Erfahrungsvorsprung der Ukrainer auf dem Gefechtsfeld mittlerweile ist, zeigte ein Vorfall, über den das amerikanische Wall Street Journal in der vergangenen Woche berichtete: Bei einer NATO-Übung im Baltikum schaltete ein Team von rund zehn eingeladenen ukrainischen Soldaten in kürzester Zeit zahlreiche gepanzerte Fahrzeuge und weitere Ziele aus.

Ein Übungsteilnehmer schilderte dem Blatt, die von estnischen Streitkräften geführte gegnerische Einheit mit den Ukrainern habe „zwei Bataillone an einem Tag" kampfunfähig gemacht. Der NATO-Seite sei es dabei nicht gelungen, die feindlichen Drohnenteams zu neutralisieren.

Die NATO selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu den Details des Übungsverlaufs äußern. Eine Sprecherin des Bündnisses wies allerdings darauf hin, dass Übungsszenarien gezielt so gestaltet werden können, dass die gegnerische Seite einen Vorteil erhält – die Ergebnisse also nicht ohne Weiteres auf reale Einsätze übertragbar seien.