Demonstration

Friedensbewegung: Tausende demonstrieren bei Ostermärschen

Bewegung mobilisiert bundesweit zu Ostermärschen. Proteste in Stuttgart, München und Berlin.

Bei den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung sind bundesweit tausende Menschen auf die Straße gegangen.
Bei den traditionellen Ostermärschen der Friedensbewegung sind bundesweit tausende Menschen auf die Straße gegangen.Roberto Pfeil/dpa

Bei den traditionellen Ostermärschen sind am Wochenende bundesweit tausende Menschen für Frieden und gegen Aufrüstung auf die Straße gegangen. Die größten Kundgebungen fanden in Stuttgart mit rund 3000 Teilnehmern und in München mit etwa 2000 Demonstrierenden statt, wie die Polizei mitteilte. In Berlin schlossen sich rund 1000 Aktivisten den Protesten an. Weitere Aktionen gab es unter anderem in Leipzig, Freiburg und Mannheim.

In Duisburg startete der dreitägige Ostermarsch Rhein-Ruhr unter dem Motto „Friedensfähig statt kriegstüchtig". Damit positionierte sich die Friedensbewegung klar gegen die aktuelle sicherheitspolitische Debatte um verstärkte Verteidigungsausgaben und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht.

Koordiniert wurden die Proteste vom Netzwerk Friedenskooperative. Im Mittelpunkt standen in diesem Jahr die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die wachsende Aufrüstung westlicher Staaten.

Über 60 Jahre Tradition

Die Ostermärsche haben in Deutschland eine mehr als 60-jährige Geschichte. Seit den frühen 1960er-Jahren gehen Menschen an den Osterfeiertagen auf die Straße, um gegen Atomwaffen und für eine friedliche Außenpolitik zu demonstrieren. Die Protestform geht auf die britische Campaign for Nuclear Disarmament zurück, die 1958 erstmals an Ostern zum Atomwaffenstützpunkt Aldermaston marschierte.

In den vergangenen Jahren hatte die Friedensbewegung angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der Eskalation im Nahen Osten wieder verstärkt Zulauf erhalten. Die diesjährigen Teilnehmerzahlen zeigen, dass die Ostermärsche als Ausdrucksform pazifistischen Protests weiterhin Mobilisierungskraft besitzen – auch wenn die Forderungen der Bewegung in der aktuellen politischen Debatte um Verteidigungsfähigkeit und Sicherheitspolitik kontrovers diskutiert werden.