US-Präsident Donald Trump hat Frankreich kritisiert, weil das Land Militärflüge durch seinen Luftraum verweigert habe. „Frankreich hat Flugzeugen, die mit Militärgütern beladen nach Israel fliegen wollten, den Überflug über französisches Hoheitsgebiet verweigert“, schrieb Trump am Dienstag in einem Beitrag auf seiner Onlineplattform Truth Social.
„Frankreich hat sich in Bezug auf den ‚Schlächter des Iran‘, der erfolgreich ausgeschaltet wurde, sehr unhilfreich verhalten“, fügte Trump mit Blick auf die iranische Führung hinzu. Weiter sagte Trump: „Die USA werden das nicht vergessen.“
Mehrere Quellen, darunter ein westlicher Diplomat, bestätigten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Frankreich Israel nicht gestattet habe, seinen Luftaum für den Transport von US-Waffen zu nutzen, die im Iran-Krieg eingesetzt werden sollen. Die Ablehnung sei am Wochenende erfolgt und sei die erste derartige Maßnahme seit Kriegsbeginn gewesen.
Das Büro des französischen Präsidenten Emmanuel Macron erklärte laut Reuters, man sei „überrascht“ über die Aussagen des US-Präsidenten. „Wir sind überrascht über diesen Tweet. Frankreich hat seine Position seit Beginn des Konflikts nicht geändert und wir bestätigen diese Entscheidung“, hieß es demnach in einer Erklärung des Büros.
Bericht: Israel will Lieferung von Verteidigungsgütern an Frankreich stoppen
Die Jerusalem Post berichtete unter Berufung auf drei israelische Quellen, dass Israels Regierung als Folge den Verkauf von Verteidigungsgütern an Frankreich einstellen will. Bestehende Verträge sollen laut einer Quelle jedoch weiterhin erfüllt werden, private Unternehmen könnten zudem eigenständig Geschäfte abschließen, hieß es.
Frankreich habe in den letzten zwei Jahren aus israelischer Sicht eine feindselige Haltung gegenüber Israel eingenommen, erklärte eine Quelle laut dem Bericht. Unter anderem sei das Land nicht genug gegen die Hisbollah vorgegangen und habe im Jahr 2025 eine Welle von Ländern angeführt, die einen palästinensischen Staat anerkannten.
US-Militärflüge: Widerstand auch in Italien und Spanien
Frankreich steht mit seiner Haltung zu Militärflügen über seinen Luftraum nicht allein. Italien verweigerte laut einem Bericht der Zeitung Corriere della Sera US-Militärflugzeugen die Landung auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien. Verteidigungsminister Guido Crosetto lehnte demnach die Nutzung ab, weil Washington Rom erst informiert habe, als die Maschinen bereits in der Luft waren – ohne vorherige Genehmigung.
Spanien hatte bereits Anfang März die Nutzung seiner Militärbasen für Angriffe auf den Iran untersagt. Ministerpräsident Pedro Sánchez bezeichnete die US-Militärschläge als „Verstoß gegen das Völkerrecht“. Trump drohte Spanien daraufhin öffentlich mit dem Ende aller Handelsbeziehungen. Madrid sperrte darüber hinaus seinen Luftraum für Militärflüge im Zusammenhang mit dem Krieg, wie die Zeitung El País berichtete.
Trump: „Holt euch euer eigenes Öl“
Trump kritisierte am Dienstag zudem Großbritannien und weitere Länder für ihre ausbleibende Beteiligung an Einsätzen im Iran. „Ihr müsst anfangen zu lernen, wie man für sich selbst kämpft“, schrieb er auf Truth Social. „Die USA werden nicht mehr da sein, um euch zu helfen, genauso wie ihr nicht für uns da wart.“
Er habe zudem einen Vorschlag für Länder, die Schwierigkeiten hätten, Flugzeug-Treibstoff zu erhalten. „Erstens: Kauft bei den USA, wir haben genug davon. Und zweitens: Fasst endlich Mut, fahrt zur Straße von Hormus und nehmt es euch einfach“, erklärte Trump. „Holt euch euer eigenes Öl.“

