In Brandenburg hat sich das Ergebnis der Bundestagswahl etwas verändert. Nach kleineren Fehlern bei der Auszählung schiebt sich das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) im Endergebnis knapp vor die Linke geschoben. Das BSW erhielt nach Korrekturen mit 176.405 Zweitstimmen 218 Stimmen mehr als im vorläufigen Ergebnis, wie Landeswahlleiter Josef Nußbaum mitteilte. Die Linke kommt auf 176.224 Zweitstimmen, eine Stimme mehr.
Damit steigt der Anteil des BSW von 10,70 auf 10,71 Prozent, die Linke bleibt bei 10,7 Prozent. Bei den Prozentwerten gibt es sonst keine größeren Änderungen. Insgesamt bleibt es dabei, dass die AfD stärkste Kraft vor SPD und CDU wurde.
Für Landesgeschäftsführer Stefan Roth steht fest: „Nur durch eine komplette Nachzählung aller Wahlbezirke, auch in Brandenburg, kann gezeigt werden, dass das BSW tatsächlich an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist. Vor diesem Hintergrund wird das BSW die Wahlergebnisse in Brandenburg weiter untersuchen und strebt eine komplette Neuauszählung der Bundestagswahl auf Bundesebene an.“
BSW will Bundestagswahl anfechten
Das BSW hatte bei der Bundestagswahl mit 4,97 Prozent der Zweitstimmen sehr knapp –nach Parteiangaben um 13.400 Stimmen – den Einzug ins Parlament verfehlt. Die Parteispitze erwägt daher eine rechtliche Überprüfung. Die Co-Vorsitzende Amira Mohamed Ali hatte in diesem Zusammenhang bereits auf mögliche Verwechslungen des BSW mit der Partei Bündnis Deutschland in einigen Wahllokalen hingewiesen. Eine solche falsche Zuschreibung stellte beispielsweise der Kreis Soest fest.
Auch Fabio De Masi sprach kurz nach der Wahl davon, Karlsruhe einzuschalten. Grund dafür waren auch die Probleme bei der Briefwahl der Auslandsdeutschen. „Das ist nicht von der Hand zu weisen, dass das durchaus bei einer flächendeckenden Wahl der Auslandsdeutschen möglich gewesen wäre“, stimmte Sahra Wagenknecht zu.
Auch bei den anderen Parteien gibt es in Brandenburg kleine Änderungen beim Endergebnis. Die SPD kam beim Endergebnis nach Korrekturen mit 244.101 Zweitstimmen auf 37 Stimmen mehr als im vorläufigen Ergebnis. Die AfD hat mit 535.275 vier Stimmen weniger als zuvor.
Zweitstimmen beim BSW falsch erfasst
Die CDU kommt mit 298.048 Zweitstimmen auf 61 Stimmen mehr, die FDP mit 53.467 auf zwei mehr, die Grünen haben mit 108.598 sieben mehr, die Linke kommt mit 176.224 Stimmen auf eine Stimme mehr. Das Bündnis Deutschland hat 184 Stimmen weniger und kommt auf 4.147 Stimmen.


