Das FBI hat Polizeibehörden in Kalifornien vor möglichen iranischen Drohnenangriffen auf die US-Westküste gewarnt. Das geht aus einem vertraulichen Sicherheitsbulletin hervor, das Ende Februar an lokale Strafverfolgungsbehörden verteilt wurde und über das der amerikanische Sender ABC News zuerst berichtete. Reuters und CBS News bestätigten den Inhalt des Dokuments.
Dem Bulletin zufolge verfügte das FBI über „unverifizierte“ Informationen, wonach Iran „Anfang Februar 2026 angeblich anstrebte, einen Überraschungsangriff mit unbemannten Luftfahrzeugen (UAVs) von einem nicht identifizierten Schiff vor der Küste der Vereinigten Staaten durchzuführen, konkret gegen nicht näher bezeichnete Ziele in Kalifornien, für den Fall, dass die USA Angriffe gegen Iran durchführen würden“.
Zu Zeitpunkt, Methode, Zielen oder Tätern lägen keine weiteren Erkenntnisse vor, hieß es in dem Dokument. Das FBI lehnte eine Stellungnahme zu dem Bulletin ab. Das Weiße Haus reagierte laut ABC News zunächst nicht auf eine Anfrage.
Beamte: Fähigkeiten des Irans geschwächt
Mehrere US-Sicherheits- und Geheimdienstvertreter erklärten laut CBS News, dass dem Memo keine bekannte, konkrete Bedrohung zugrunde liege. Das Bulletin sei bereits vor Beginn der militärischen Auseinandersetzungen erstellt worden. Ein hochrangiger Strafverfolgungsbeamter sagte laut ABC News, man gehe davon aus, dass die seit dem 28. Februar andauernden Bombardierungen Irans Fähigkeiten zur Durchführung eines solchen Angriffs erheblich geschwächt hätten.
US-Präsident Donald Trump wies Sorgen vor iranischen Vergeltungsschlägen auf US-Boden zurück. Auf eine entsprechende Frage von Reportern im Weißen Haus antwortete er laut Reuters am Mittwoch (Ortszeit): „Nein, das beunruhigt mich nicht.“
Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom erklärte auf der Plattform X, er stehe „in ständiger Abstimmung mit Sicherheits- und Geheimdienstvertretern“, um potenzielle Bedrohungen für Kalifornien zu beobachten. „Obwohl uns derzeit keine unmittelbaren Bedrohungen bekannt sind, bleiben wir auf jeden Notfall vorbereitet“, so Newsom. Sein Büro bezeichnete das Bulletin als eine von vielen täglichen Sicherheitsmitteilungen, die der Bundesstaat von Bundesbehörden erhalte. Kalifornien habe seine Sicherheitsvorkehrungen seit Kriegsbeginn verschärft.
I am in constant coordination with security and intelligence officials, including at @Cal_OES, to monitor potential threats to California — including those tied to the conflict in the Middle East.
— Governor Gavin Newsom (@CAgovernor) March 11, 2026
While we are not aware of any imminent threats at this time, we remain prepared…
Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, teilte laut Reuters mit, ihre Behörde und die Polizei der Stadt koordinierten sich eng mit staatlichen und föderalen Partnern. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine spezifische oder glaubwürdige Bedrohung für Los Angeles“, sagte Bass.
Sorge vor Drohnen auch an der mexikanischen Grenze
Laut ABC News wächst in US-Geheimdienstkreisen auch die Sorge über den zunehmenden Einsatz von Drohnen durch mexikanische Drogenkartelle. Ein Bulletin vom September 2025 verwies auf einen nicht bestätigten Bericht, wonach Kartellführer Angriffe mit sprengstoffbeladenen Drohnen auf US-Sicherheitskräfte an der Grenze zu Mexiko genehmigt hätten.
John Cohen, ehemaliger Geheimdienstchef des US-Heimatschutzministeriums und ABC-News-Experte, erklärte: „Wir wissen, dass Iran eine umfangreiche Präsenz in Mexiko und Südamerika hat, sie haben Beziehungen, sie haben die Drohnen und jetzt haben sie den Anreiz, Angriffe durchzuführen.“ Das FBI handle klug, diese Warnung herauszugeben, damit lokale Behörden sich besser vorbereiten könnten.
Der Krieg, der am 28. Februar mit massiven US-amerikanischen und israelischen Luftschlägen auf Iran begann, dauert bereits zwölf Tage an. Irans oberster Führer und weitere hochrangige Funktionäre wurden bei den Angriffen getötet. Iran hat mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel und mehrere Golfstaaten reagiert, in denen US-Militäreinrichtungen stationiert sind. Mehrere US-Soldaten kamen bei einem Angriff auf einen Stützpunkt in Kuwait ums Leben, dutzende weitere wurden verletzt.


