Ölkrise

Krieg gegen Iran eskaliert: Pentagon meldet 11,3 Milliarden US-Dollar Kosten nach sechs Tagen

Pentagon meldet 11,3 Milliarden US-Dollar Kriegskosten in nur sechs Tagen. Ölpreis durchbricht 100-Dollar-Marke. Die Risiken sind noch größer.

F-15E Strike Eagle der US-Luftwaffe im Einsatz.
F-15E Strike Eagle der US-Luftwaffe im Einsatz.imago stock&people

Die Vereinigten Staaten haben in den ersten sechs Tagen des Krieges gegen den Iran mehr als 11,3 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Das teilten Vertreter des US-Verteidigungsministeriums dem Kongress in einer nicht-öffentlichen Unterrichtung mit, wie die New York Times unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen berichtet. Die tatsächlichen Kosten für die amerikanischen Steuerzahler dürften jedoch noch weitaus höher liegen: In der Schätzung sind zahlreiche Ausgaben, die mit dem militärischen Aufmarsch zusammenhängen, nicht enthalten.

Während die Kosten des mittlerweile zwölf Tage andauernden Krieges weiter steigen, zeigt sich an den Energiemärkten eine dramatische Reaktion. Der Ölpreis der Sorte Brent überschritt am Mittwochabend die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel – trotz einer koordinierten Aktion der Internationalen Energieagentur (IEA), deren 32 Mitgliedsländer die Freigabe von insgesamt 400 Millionen Barrel aus ihren strategischen Reserven zugesagt haben. Die USA kündigten an, über vier Monate hinweg 172 Millionen Barrel aus ihren eigenen Reserven freizugeben.

Luftangriffe auf mehreren Fronten

Der Krieg im Nahen Osten weitet sich weiter aus. Israel bombardierte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mehr als zwei Dutzend Ziele im Libanon, wie die israelische Militärsprecherin Oberstleutnant Ella Waweya mitteilte. Bei den Angriffen auf Beirut und die südlichen Vororte der Stadt wurden laut dem libanesischen Gesundheitsministerium mindestens sieben Menschen getötet und über 21 weitere verletzt.

Die Bombardierung traf unter anderem das Stadtviertel Ramlet al-Baida, in das viele Menschen geflüchtet waren, die vor den Angriffen in anderen Landesteilen Schutz suchten. Weitere Angriffe konzentrierten sich auf die Dahiya, ein dicht besiedeltes Wohngebiet südlich von Beirut, das als Hochburg der schiitischen Miliz und Partei Hisbollah gilt. Insgesamt hat die israelische Bombardierung laut libanesischen Behörden mehr als 600 Menschen im Libanon getötet und über 800.000 vertrieben.

Die Hisbollah hatte vergangene Woche begonnen, Raketen auf Israel abzufeuern, um Teheran zu unterstützen. Israel beschrieb seine Gegenangriffe als gegen die „Infrastruktur“ der Miliz gerichtet und begründete sie mit der „bewussten Entscheidung der Hisbollah, Israel im Auftrag des iranischen Regimes anzugreifen“.