Die skandinavische Fluggesellschaft SAS wird im April mindestens tausend Flüge streichen. Grund sind die massiv gestiegenen Kerosinpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten. Bereits im März fallen einige hundert Verbindungen aus, wie SAS-Chef Anko van der Werff der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri mitteilte.
„Der Preis für Flugkraftstoff hat sich innerhalb von zehn Tagen verdoppelt. Das ist ein Schock, der die gesamte Luftfahrtbranche unmittelbar trifft“, sagte van der Werff gegenüber Dagens Industri. Treibstoff mache rund 25 bis 30 Prozent der Kosten einer Flugreise aus, bis zu ein Drittel des europäischen Kerosins stamme aus der Golfregion.
Laut The Independent werden zunächst Strecken mit mehreren täglichen Verbindungen ausgedünnt. Die Flüge nach Tel Aviv und Beirut sind bereits ausgesetzt, der geplante Start einer neuen Direktverbindung von Kopenhagen nach Dubai im Oktober steht auf der Kippe. Gemessen an rund 800 täglichen SAS-Flügen seien die Streichungen „keine drastischen Maßnahmen“, betonte van der Werff.
Reisende müssen mit teureren Ticketpreisen rechnen
Seit der Vorwoche erhebt SAS nach eigenen Angaben einen Treibstoffzuschlag. Eine durchschnittliche SAS-Reise verteuert sich laut Dagens Industri um rund 500 schwedische Kronen (etwa 40 Euro), ein Transatlantikflug um circa 2700 Kronen (rund 218 Euro). Wer bereits gebucht hat, müsse keine nachträglichen Aufschläge fürchten, versicherte der SAS-Chef. Wer seine Sommerreise noch nicht gebucht habe, müsse hingegen mit höheren Preisen rechnen.
SAS-Sprecherin Alexandra Lindgren Kaoukji erklärte gegenüber The Independent, betroffene Passagiere würden informiert und könnten auf andere Verbindungen umgebucht werden. Man bemühe sich, frühzeitig zu kommunizieren und praktikable Alternativen anzubieten.
Van der Werff rechnet damit, dass sich die Lage bis Mai oder Juni entspannen könnte. Sollte der Konflikt jedoch andauern, wären die Folgen weit über die Luftfahrt hinaus spürbar. Viele Zulieferer in der Region müssten möglicherweise Personal evakuieren, was die Lieferketten langfristig stören könnte, warnte er in Dagens Industri.


