Die Berliner Bevölkerung besteht zu knapp fünf Prozent aus Flüchtlingen. Das entspricht etwa 177.000 Menschen – leicht weniger als im Vorjahr –, von denen mehr als 57.000 aus der Ukraine stammen. Dies teilte Berlins Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial im Pressegespräch am Mittwoch unter Berufung auf Daten des Ausländerzentralregisters mit Stand Ende 2025 mit.
Niewiedzial warnt davor, Zuwanderung auf einfache Formeln zu reduzieren. Begriffe wie „gescheiterte Integration" seien falsch. „Für mich ist das Glas immer halbvoll und nicht halbleer", sagte sie. „Ich möchte, dass wir aufhören, negativ über Migration zu reden." Migration müsse auch als Chance begriffen werden – Menschen auf der Flucht hätten sich schon immer viel Neues aufgebaut. Gleichzeitig betont sie die Komplexität von Integration und räumt ein: „Die Herausforderungen wachsen.“
Scharfe Kritik übt Niewiedzial an den vom Bund geplanten Streichungen bei der unabhängigen Asylberatung. Dies sei eine „tragische Entscheidung“, sagte sie bei der Vorstellung der neuen Zahlen am Mittwoch.
Steigende Beschäftigung ukrainischer Flüchtlinge
Fortschritte zeigen sich auf dem Arbeitsmarkt: Laut den Berliner Jobcentern waren im November 2025 insgesamt 22.900 Ukrainerinnen und Ukrainer in Berlin beschäftigt, davon 20.300 sozialversicherungspflichtig. Niewiedzial verwies zudem auf steigende Beschäftigungszahlen bei syrischen Staatsangehörigen und Frauen.
Knapp jeder dritte Flüchtling in Berlin lebt laut der Politikwissenschaftlerin Anne-Marie Kortas, die eine Mitarbeiterin Niewiedzials ist, bereits seit mehr als fünf Jahren in der Stadt, 17 Prozent sogar seit über zehn Jahren.
Besondere Aufmerksamkeit verdiene die junge Generation: Unter den Flüchtlingen befinden sich rund 43.000 Kinder und Jugendliche sowie 23.300 junge Erwachsene. Ein Viertel aller Flüchtlinge in Berlin sind Kinder und Jugendliche. Wer heute 19 sei, habe unter Umständen mehrere Jahre Krieg und die Pandemiezeit durchlebt und brauche oft Unterstützung, so Kortas.
mit dpa


