Iran-Krieg

Warnung an Golfstaaten: Iran droht Trinkwasser- und Energieversorgung zu zerstören

US-Präsident Trumps Ultimatum an den Iran läuft am Abend aus. Teheran reagiert mit Drohungen, die weitreichende Folgen für die Golfstaaten haben könnten.

Der Iran droht Energiekraftwerke wie das Orot Rabin in Hadera, Israel anzugreifen, sollten die USA ihre Drohung wahr machen.
Der Iran droht Energiekraftwerke wie das Orot Rabin in Hadera, Israel anzugreifen, sollten die USA ihre Drohung wahr machen.sashikoa@gmail.com/imago

Der Konflikt zwischen Iran, den USA und Israel spitzt sich weiter zu. Teheran hat am Montag angekündigt, Kraftwerke und Wasserentsalzungsanlagen in den Golfstaaten anzugreifen, sollte US-Präsident Donald Trump seine Drohung wahr machen, iranische Stromversorgungsanlagen zu bombardieren. Zudem droht Iran mit der vollständigen Verminung der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet.

Trump hatte am Samstagabend ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt: Wenn Iran die Meerenge nicht vollständig für den Schiffsverkehr öffne, würden die USA iranische Kraftwerke „auslöschen“. Die Frist läuft am späten Montagabend Washingtoner Zeit ab.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten ihrerseits laut Staatsmedien, man werde Energieinfrastruktur in allen Gebieten treffen, die US-Stützpunkte mit Strom versorgen. Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die eng mit der Revolutionsgarde in Verbindung steht, veröffentlichte eine Liste potenzieller Ziele – darunter das Atomkraftwerk Barakah in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Laut AFP zeigte eine Infografik der Nachrichtenagentur Mehr unter dem Titel „Verabschieden Sie sich vom Strom“ mögliche Ziele in Saudi-Arabien, den VAE, Katar und Kuwait. Weitere Grafiken listeten Israels größte Kraftwerke Orot Rabin und Rutenberg auf. „Im Falle des geringsten Angriffs auf die Strominfrastruktur der Islamischen Republik wird die gesamte Region in Dunkelheit versinken“, hieß es darin.

Der iranische Verteidigungsrat drohte laut AFP zudem, bei Angriffen auf iranische Küsten oder Inseln „alle Zugangswege im Persischen Golf“ mit Seeminen zu versehen – einschließlich sogenannter Treibminen.

Trinkwasserversorgung der Golfstaaten in Gefahr

Wie Reuters berichtet, wären Angriffe auf die Stromversorgung für die Golfstaaten potenziell verheerend. Bahrain und Katar decken 100 Prozent ihres Trinkwassers über Entsalzungsanlagen, die VAE mehr als 80 Prozent, Saudi-Arabien rund 50 Prozent.

Der Chef der Internationalen Energieagentur, Fatih Birol, erklärte in Canberra, die Krise habe schlimmere Auswirkungen auf die Energiemärkte als die Ölschocks der 1970er-Jahre und der russisch-ukrainische Krieg zusammen. Der Ölpreis für Brent-Rohöl lag bei rund 112 Dollar pro Barrel – ein Anstieg von fast 55 Prozent seit Kriegsbeginn am 28. Februar.

Unterdessen startete Israel nach eigenen Angaben eine „großangelegte Angriffswelle“ auf Infrastrukturziele in Teheran. US-Zentralkommando-Chef Admiral Brad Cooper sagte dem persischsprachigen Sender Iran International, die Kampagne verlaufe „planmäßig oder schneller als geplant“. Laut iranischem Gesundheitsministerium sind im Krieg bisher mehr als 1500 Iraner getötet worden, in Israel starben 15 Menschen durch iranische Angriffe. Im Libanon kamen durch israelische Angriffe auf die Hisbollah mehr als 1000 Menschen ums Leben.

Ein hochrangiger UN-Vertreter, Jorge Moreira da Silva, warnte laut AP vor einem globalen Dominoeffekt: Die Welt erlebe bereits „exponentielle Preisanstiege bei Öl, Treibstoff und Gas“, die vor allem Millionen Menschen in Entwicklungsländern Asiens und Afrikas träfen. „Es gibt keine militärische Lösung“, sagte er.