Zahlreiche Länder haben erleichtert auf die Ankündigung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran reagiert. „Ich begrüße den Waffenstillstand“, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf X. „Wir danken Pakistan für seine Vermittlung.“ Nun bestehe das Ziel darin, ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Vereinbarung laut der Deutschen Presse-Agentur als „gute Sache“.
Die Waffenruhe war kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran zustande gekommen. Trump hatte die „beidseitige Waffenruhe“ auf Truth Social verkündet, während Teheran sich im Gegenzug bereit erklärte, die strategisch wichtige Straße von Hormus – eine der weltweit zentralen Schifffahrtsrouten für den Öltransport – vorerst für zwei Wochen wieder zu öffnen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von „einer dringend benötigten Deeskalation“. UN-Generalsekretär António Guterres teilte über seinen Sprecher mit, er rufe alle Konfliktparteien dazu auf, ihren „völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen“ und die Bedingungen der Waffenruhe einzuhalten.
China, Türkei, weitere Länder begrüßen Waffenruhe
Das Außenministerium des Oman erklärte laut AP, es müssten nun Anstrengungen intensiviert werden, eine dauerhafte Lösung zur „Einstellung der Feindseligkeiten in der Region“ zu erreichen. Auch das türkische, chinesische und ägyptische Außenministerium begrüßten die Waffenruhe, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtete.
Malaysias Premierminister Anwar Ibrahim sagte AP zufolge am Mittwoch, die zweiwöchige Waffenruhe im Krieg im Iran sei „ein gutes Zeichen für die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität“. Südkoreas Außenministerium rief dem Bericht zufolge zu einer „zügigen und sicheren“ Wiederaufnahme der freien Durchfahrt für alle Schiffe durch die Straße von Hormus auf.
Russland: Medwedew sieht „Erfolg für die Iraner“
Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, erklärte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass, es sei „ein Erfolg für die Iraner“, dass Trump Bereitschaft signalisiert habe, über Forderungen des Iran zu sprechen. Offen sei jedoch, ob Trump iranische Forderungen nach Entschädigungen und einer Anerkennung von Teherans Kontrolle über die Straße von Hormus akzeptieren werde, so Medwedew.
Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärte auf X, Israel stimme der Waffenruhe mit dem Iran zu. Sie gelte allerdings nicht für den Libanon. Der führende israelische Oppositionspolitiker Jair Lapid warf Netanjahu daraufhin politisches Versagen vor.
„In unserer gesamten Geschichte hat es noch nie eine solche politische Katastrophe gegeben“, schrieb Lapid in einem X-Beitrag. Israel habe nicht einmal mit am Tisch gesessen, „als Entscheidungen getroffen wurden, die den Kern unserer nationalen Sicherheit betrafen“. Das Militär habe alle Anweisungen befolgt, Netanjahu habe jedoch „politisch und strategisch versagt“ und „kein einziges der Ziele erreicht, die er sich selbst gesetzt hatte“, fügte er hinzu.
Netanjahu hatte unter anderem die Zerschlagung oder zumindest erhebliche Schwächung des iranischen Atomprogramms als ein zentrales Kriegsziel ausgegeben. (mit AFP)

