Flüssigerdgas

Energie in Deutschland: Rund zehn Prozent der Gasimporte über LNG-Terminals

Flüssigerdgas gewinnt in Deutschland weiter an Bedeutung für die Versorgungssicherheit. Der Anteil der LNG-Importe ist im Jahr 2025 erneut deutlich gestiegen.

Ingo Wagner, Geschäftsführer Deutsche ReGas: Der private Betreiber speiste über sein Terminal in Mukran 2025 insgesamt etwa 26,5 Terawattstunden ein.
Ingo Wagner, Geschäftsführer Deutsche ReGas: Der private Betreiber speiste über sein Terminal in Mukran 2025 insgesamt etwa 26,5 Terawattstunden ein.Stefan Sauer/dpa

Deutschland hat im Jahr 2025 mehr als zehn Prozent seiner Gasimporte über Terminals für Flüssigerdgas (LNG) abgewickelt. Nach vorläufigen Zahlen der Bundesnetzagentur wurden insgesamt 1031 Terawattstunden Erdgas importiert. Davon entfielen 106 Terawattstunden auf die deutschen Flüssigerdgas-Terminals an Nord- und Ostsee. Das entspricht einem Anteil von 10,3 Prozent. Im Jahr davor waren es nach Behördenangaben 69 Terawattstunden beziehungsweise acht Prozent.

Die Bundesregierung hatte den schnellen Aufbau der Importinfrastruktur nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vorangetrieben. Vor der Energiekrise verfügte Deutschland über keine eigenen Terminals, um per Schiff angeliefertes Flüssigerdgas anzulanden. Inzwischen kommt der größte Teil des Erdgases wieder per Pipeline, vor allem aus Norwegen.

Nordsee-Terminals speisen 79 Terawattstunden ins Gasnetz ein

Über die drei Nordsee-Standorte des staatlichen Betreibers Deutsche Energy Terminal wurden im Jahr 2025 nach eigenen Angaben rund 79 Terawattstunden in das deutsche Gasnetz eingespeist. Das entspreche rechnerisch dem Jahresverbrauch zum Heizen von mehr als 5,6 Millionen Vierpersonenhaushalten.

Im Laufe des Jahres gab es dabei auch technische Unterbrechungen. In Brunsbüttel ging das Regasifizierungsschiff „Höegh Gannet“ nach einer Wartungsphase im November wieder ans Netz. In Wilhelmshaven startete Ende August 2025 zudem ein weiteres schwimmendes Terminal in den kommerziellen Betrieb.

Heizen in Deutschland: Mukran auf Rügen mit hoher Einspeisung

An der Ostsee speiste der private Betreiber Deutsche ReGas über sein Terminal in Mukran 2025 insgesamt etwa 26,5 Terawattstunden ein. Grundlage sind Daten der europäischen Gasinfrastruktur-Betreiber, auf die auch die Bundesnetzagentur verweist. Das entspreche rechnerisch dem jährlichen Gasverbrauch zum Heizen von mehr als 5,6 Millionen Vierpersonenhaushalten im Mehrfamilienhaus (100 Quadratmeter Wohnfläche bei 14.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch). Seit Beginn der Heizperiode Anfang Oktober lag Mukran demnach bei der Einspeisung vorn.

Der Betreiber meldete für das vierte Quartal 2025 eine besonders hohe Einspeisung: rund 12,53 Terawattstunden, davon 4,24 Terawattstunden allein im Dezember.

Energieversorgung: Weiteres LNG-Projekt verzögert

Ein weiteres schwimmendes Terminal in Stade wird nach Angaben der Deutschen Energy Terminal voraussichtlich nicht vor dem zweiten Quartal 2026 in Betrieb gehen. Das dort vorgesehene Regasifizierungsschiff „Energos Force“ ist derzeit unterverchartert. Eine genauere Terminierung erwartet der Betreiber nach Abschluss laufender Inspektionen.

Deutschlands Gasspeicher fallen auf historisches Tief

Deutschlands Gasspeicher sind mit historisch niedrigen Füllständen in das Jahr 2026 gestartet. Nach Daten des Verbands der europäischen Gasinfrastruktur-Betreiber Gas Infrastructure Europe waren die Speicher in der Bundesrepublik am 5. Januar nur zu 53 Prozent gefüllt. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011. Im Durchschnitt lagen die Speicherstände zu diesem Zeitpunkt rund 20 Prozentpunkte höher.

Deutschland bleibt damit auch unter dem europäischen Mittelwert, der nach GIE-Angaben bei etwa 59 Prozent lag. In Italien betrug der Füllstand rund 72 Prozent, in Polen 80 und in Portugal 93 Prozent. Die Initiative Energien Speichern hatte bereits im November vor möglichen Engpässen bei außergewöhnlich kalter Witterung gewarnt, auch wegen des erhöhten Gasverbrauchs in den vergangenen vier Monaten.